Online-Buchungssystem: kostenlose Buchungstools im Vergleich

SoftwareentwicklungAktualisiert am 20. Oktober 202611 Min. Lesezeit

Ein Online-Buchungssystem lässt Kunden freie Termine oder Ressourcen selbst reservieren, gleicht die Buchung automatisch mit Ihrem Kalender ab und verschickt Bestätigung und Erinnerung ohne Handarbeit. Für Einzelpersonen und kleine Unternehmen gibt es brauchbare kostenlose Buchungstools, etwa die Gratistarife von Cal.com, Calendly oder SimplyBook.me. Sobald mehrere Mitarbeitende, Zahlungen oder eine eigene Gestaltung gefragt sind, wird es kostenpflichtig, meist im Bereich von etwa 10 bis 60 Euro im Monat.

Welches Buchungssystem passt, hängt weniger von der Länge der Funktionsliste ab als von drei Fragen: Was wird gebucht, wer bucht, und wo liegen die Buchungsdaten? Statt Termine manuell per Telefon und E-Mail abzustimmen, laufen Online-Buchungen rund um die Uhr, und die Verfügbarkeiten sind immer aktuell. Dieser Vergleich ordnet die gängigen Buchungstools nach diesen Fragen, nennt die Grenzen der kostenlosen Tarife und zeigt, wann sich ein Wechsel von Calendly zu einer Alternative lohnt.

Was ist ein Online-Buchungssystem?

Ein Buchungssystem ist eine Software, die freie Zeitfenster oder Ressourcen veröffentlicht und Buchungen entgegennimmt. Der Kunde wählt online eine Leistung, einen Termin und gegebenenfalls eine Person, trägt seine Daten in ein Formular ein und erhält sofort eine Bestätigung. Das System trägt die Buchung in den Kalender ein, sperrt das Zeitfenster für weitere Anfragen und erinnert beide Seiten automatisch vor dem Termin. Im Englischen heißt das Booking-System oder Booking-Software, viele Anbieter verwenden beide Begriffe.

Grob lassen sich drei Typen unterscheiden:

Für die Hotellerie gibt es eigene Hotel-Buchungssysteme mit Anbindung an Buchungsportale. Sie folgen anderen Regeln und sind nicht Thema dieses Vergleichs. Wer intern Besprechungsräume und Arbeitsplätze für Mitarbeitende verwalten will, findet die passenden Werkzeuge im Ratgeber Raumbuchungssystem.

Dieser Ratgeber konzentriert sich auf die Terminbuchung, weil dort die meisten kostenlosen Angebote liegen. Die übergeordnete Auswahlmethode für jede Business-Software beschreibt der Beitrag Business-Software richtig auswählen.

Buchungstools im Vergleich: kostenlose und kostenpflichtige Tarife

Die folgende Übersicht nennt die Einstiegstarife laut den Preisseiten der Anbieter. Preise ändern sich häufig, deshalb gilt: Stand 10/2026, ohne Gewähr, vor dem Abschluss beim Anbieter prüfen.

BuchungstoolKostenloser TarifBezahlt abBesonderheit
CalendlyJa, eine Terminart, ein verbundener KalenderAb etwa 10 US-Dollar pro Nutzer und Monat (Standard)Sehr verbreitet, US-Anbieter
Cal.comJa, für eine Person mit unbegrenzten Terminarten und Kalendern12 US-Dollar pro Nutzer und Monat (Teams, jährlich)Quelloffen, auch selbst hostbar
SimplyBook.meJa, bis 50 Buchungen pro Monat, ein Mitarbeiter11,90 Euro pro Monat (Basic, jährlich)Tarife nach Buchungszahl und Mitarbeitern gestaffelt
Google Kalender (Terminplaner)Grundfunktionen im Google-KontoErweiterte Funktionen mit Workspace oder Google OneKein eigenes Tool nötig, wenn ohnehin Google genutzt wird
Microsoft BookingsKein eigener GratistarifIn Business-Tarifen von Microsoft 365 enthaltenSinnvoll, wenn Outlook und Teams bereits im Einsatz sind
TerminlandNein, kostenloser Test14,90 Euro netto pro Monat (Easy)Deutscher Anbieter
Easy!AppointmentsJa, Software ist kostenlosKosten nur für Hosting und WartungQuelloffen, läuft auf eigenem Webspace
WP Booking SystemJa, Basisversion im WordPress-VerzeichnisErweiterungen kostenpflichtigBuchungskalender für Ferienwohnung und Vermietung

Die Tabelle ist kein Test und keine Rangliste. Sie zeigt, wo die kostenlosen Tarife enden. Bei Calendly ist das die einzige Terminart, bei SimplyBook.me die Zahl der Buchungen pro Monat, bei Cal.com die Beschränkung auf eine Person. Wer also mit einem Kollegen gemeinsam Termine vergibt, landet bei fast allen Anbietern im kostenpflichtigen Bereich.

Gibt es ein wirklich kostenloses Buchungssystem?

Ja, aber mit klaren Grenzen. Kostenlose Buchungssysteme gibt es in drei Formen, und jede hat ihren Preis an anderer Stelle:

Bei kostenlosen Angeboten lohnt immer die Frage, wie sich der Anbieter finanziert. Ein Gratistarif als Einstieg in ein bezahltes Abo ist ein ehrliches Modell. Werbung im Buchungsformular oder eine Nutzung der Kundendaten für eigene Zwecke dagegen nicht. Das steht in den Nutzungsbedingungen und im Vertrag zur Auftragsverarbeitung.

Was kostet ein Buchungssystem?

Die Kosten hängen weniger vom Anbieter ab als vom Abrechnungsmodell. Drei Modelle sind üblich:

Ein individuelles Buchungssystem, also eine eigene Programmierung, lohnt sich nur bei sehr speziellen Buchungsregeln, etwa wenn mehrere Ressourcen gleichzeitig verfügbar sein müssen oder ein bestehendes Warenwirtschafts- oder CRM-System die Daten führt. Ein maßgeschneidertes System kostet einmalig ein Vielfaches eines Jahresabos und muss dauerhaft gewartet werden. Für die meisten kleinen Unternehmen ist ein Standard-Buchungstool mit guten Schnittstellen die bessere Wahl.

Individuelles Buchungssystem oder Standardsoftware?

Die Entscheidung hängt am Anwendungsfall. Passen Ihre Abläufe in die Einstellungen eines fertigen Tools, ist Standardsoftware fast immer günstiger und schneller produktiv. Ein individuelles Buchungssystem lohnt erst, wenn die Buchungslogik selbst Ihr Geschäftsmodell ist, etwa bei Vermietung mit komplexen Tarifen. Viele Anbieter verkaufen erweiterte Funktionen als Add-ons, sodass sich auch ein Standardtool schrittweise ausbauen lässt. Achten Sie darauf, ob der Tarif monatlich kündbar ist oder nur jährlich abgerechnet wird.

Rechenregel: Rechnen Sie den Tarif mit Ihren eigenen Zahlen durch, einmal mit dem heutigen Stand und einmal mit doppelt so vielen Mitarbeitern oder Buchungen. Genau an dieser Stelle kippen die Angebote gegeneinander, genauso wie bei der Newsletter-Software.

Worauf es bei einem Buchungstool ankommt

Kalender synchronisieren, ohne Doppelbuchungen

Das wichtigste Kriterium ist die zuverlässige Synchronisation mit dem Kalender, den Sie bereits nutzen, in beide Richtungen und möglichst in Echtzeit. Ein Termin, den Sie privat im Google Calendar oder in Outlook eintragen, muss sofort als belegt erscheinen. Doppelbuchungen durch verzögerte Aktualisierung sind der häufigste Ärger mit Buchungssoftware. Testen Sie das vor der Entscheidung mit einem echten Termin.

Buchungsregeln und Pufferzeiten

Ein brauchbares Buchungssystem lässt Sie festlegen, wie kurzfristig gebucht werden darf, wie weit im Voraus, wie viele Termine pro Tag möglich sind und wie viel Pufferzeit zwischen zwei Terminen bleibt. Für Dienstleister mit Anfahrt oder Vorbereitung sind Pufferzeiten wichtiger als jede Designvorlage.

Automatische Erinnerungen und Absagen

Erinnerungen per E-Mail senken die Zahl vergessener Termine. Wichtig ist, dass Kunden selbst verschieben oder absagen können und das Zeitfenster danach automatisch wieder frei wird. SMS-Erinnerungen sind bei vielen Anbietern ein kostenpflichtiges Zusatzmodul.

Zahlung bei der Buchung

Wer Anzahlungen oder Vorkasse verlangt, braucht eine Anbindung an Zahlungsanbieter wie Stripe oder PayPal. Einige Tools wie Cal.com binden solche Zahlungsanbieter direkt an, beim Terminplaner im Google Kalender ist die Stripe-Verknüpfung an ein kostenpflichtiges Google-Abo gebunden. Prüfen Sie, in welchem Tarif die Zahlungsfunktion enthalten ist und ob der Anbieter zusätzlich eine eigene Transaktionsgebühr erhebt.

Mehrere Mitarbeiter und Standorte

Sobald mehrere Personen Termine anbieten, braucht das System eine Verteilung: nach Verfügbarkeit, reihum oder nach Wunsch des Kunden. Unternehmen mit mehreren Standorten sollten prüfen, ob sich alle Standorte zentral verwalten lassen und ob Auswertungen zur Auslastung je Standort möglich sind.

Bedienung im Browser und mobil

Cloudbasierte Buchungssoftware läuft im Browser, ohne Installation. Wenn Mitarbeitende unterwegs Termine verwalten, prüfen Sie, ob der Anbieter Apps für iOS und Android anbietet und ob dort dieselben Funktionen verfügbar sind. Je weniger Klicks eine Umbuchung kostet, desto effizienter arbeitet das Team mit dem System.

Buchungssystem für WordPress und die bestehende Website

Fast alle Buchungstools lassen sich per Link oder eingebettetem Widget in die bestehende Website einbinden. Kunden buchen dann direkt auf Ihrer Seite, die Buchungsdaten liegen aber beim Anbieter. Achten Sie darauf, dass das Widget auf dem Smartphone gut bedienbar ist und die Ladezeit der Seite nicht spürbar verschlechtert.

Bei einer WordPress-Website gibt es zusätzlich Plugins, die das Buchungssystem direkt im eigenen Hosting betreiben. Ein Beispiel ist WP Booking System, ein Buchungskalender für Vermietung und Ferienwohnung, dessen Basisversion kostenlos im WordPress-Verzeichnis liegt. Der Vorteil: Die Daten bleiben auf Ihrem Server. Der Nachteil: Updates, Sicherung und Absicherung des Plugins liegen bei Ihnen, und ein veraltetes Plugin ist ein typisches Einfallstor für Angriffe. Wer die Daten nicht in einem fremden Dienst ablegen möchte, findet die Abwägung zwischen eigenem Betrieb und Cloud im Beitrag IaaS, PaaS und SaaS.

Datenschutz: Buchungstools DSGVO-konform einsetzen

Ein Buchungssystem verarbeitet Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und je nach Branche sehr persönliche Angaben, etwa den Grund eines Arzt- oder Beratungstermins. Damit sind Sie als Unternehmen für die Verarbeitung verantwortlich, der Anbieter des Buchungstools arbeitet in Ihrem Auftrag. Vier Punkte gehören vor jede Entscheidung:

Wer die volle Kontrolle über den Speicherort möchte, hostet ein quelloffenes Buchungssystem selbst. Das löst die Standortfrage, verlagert aber Sicherheit und Updates zu Ihnen. Welche Kriterien bei Cloud-Diensten mit personenbezogenen Daten generell gelten, steht im Beitrag Cloud-Speicher und DSGVO.

Calendly-Alternativen: wann sich ein Wechsel lohnt

Calendly ist für viele der Einstieg in die Online-Terminbuchung. Gründe für eine Alternative sind meist dieselben drei: Der kostenlose Tarif erlaubt nur eine Terminart, die Abrechnung pro Nutzer wird im Team teuer, und der Datenschutzbeauftragte fragt nach dem Speicherort.

Vor dem Umzug sollten Sie prüfen, ob sich bestehende Buchungsdaten exportieren lassen und wie Links auf die alte Buchungsseite umgeleitet werden, die in E-Mail-Signaturen und auf der Website stehen.

So führen Sie ein Buchungssystem ein

  1. Leistungen festlegen: Welche Terminarten mit welcher Dauer, welchem Preis und welcher Vorbereitung?
  2. Regeln definieren: Vorlauf, Pufferzeiten, maximale Termine pro Tag, Stornofristen.
  3. Zwei bis drei Buchungstools testen: Jeweils mit dem echten Kalender und einer echten Testbuchung vom Smartphone. Viele Anbieter lassen sich kostenlos testen.
  4. Datenschutz klären: Vertrag zur Auftragsverarbeitung abschließen, Datenschutzerklärung ergänzen.
  5. Einbinden und bekannt machen: Buchungsseite auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in der E-Mail-Signatur verlinken.

Ein Buchungssystem ist schnell eingerichtet, und genau deshalb wird die Einrichtung oft unterschätzt. Sind die Buchungsregeln unklar, buchen Kunden Termine, die intern nicht passen, und das Telefon klingelt trotzdem. Zehn Minuten Planung vor der Einrichtung sparen hier viele Rückfragen. Wie Passwörter und Zugänge zu solchen Online-Diensten abgesichert werden, beschreibt der Beitrag Passwortmanager und Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Fazit

Für Einzelpersonen reicht oft ein kostenloses Buchungssystem: Cal.com mit unbegrenzten Terminarten, Calendly mit einer Terminart oder SimplyBook.me bis 50 Buchungen pro Monat. Wer bereits Google Workspace oder Microsoft 365 nutzt, sollte zuerst die eingebauten Werkzeuge prüfen. Sobald ein Team, Zahlungen oder strenge Datenschutzvorgaben ins Spiel kommen, entscheidet das Abrechnungsmodell über die Kosten, und der Speicherort der Buchungsdaten über die Eignung. Testen Sie zwei bis drei Buchungstools mit Ihrem echten Kalender, bevor Sie sich festlegen.

Häufige Fragen

Gibt es ein wirklich kostenloses Buchungssystem?

Ja. Cal.com, Calendly und SimplyBook.me haben dauerhaft kostenlose Tarife, die für eine Person mit wenigen Terminarten oft reichen. Quelloffene Software wie Easy!Appointments kostet keine Lizenz, dafür tragen Sie Hosting und Wartung selbst. Grenzen liegen meist bei Teamfunktionen, Zahlung und Gestaltung.

Was kostet ein Online-Buchungssystem?

Kostenpflichtige Tarife beginnen bei den gängigen Buchungstools bei etwa 10 bis 15 Euro oder Dollar im Monat, je nach Modell pro Nutzer, pro Buchungsvolumen oder pauschal mit Zusatzmodulen. Ein individuell programmiertes Buchungssystem kostet einmalig ein Vielfaches davon und braucht laufende Wartung (Stand 10/2026, ohne Gewähr).

Welche Calendly-Alternative ist sinnvoll?

Cal.com ist funktional am nächsten an Calendly, erlaubt im kostenlosen Tarif unbegrenzte Terminarten und lässt sich selbst hosten. Wer Microsoft 365 nutzt, hat mit Microsoft Bookings bereits ein Buchungstool im Paket. Für Praxen und Studios mit vielen Leistungen passen Systeme wie SimplyBook.me oder Terminland besser.

Reicht ein geteilter Google Kalender statt Buchungssystem?

Für wenige Termine mit bekannten Personen ja. Sobald Kunden selbst buchen, verschieben und absagen sollen, ist ein Buchungssystem mit Regeln, Pufferzeiten und automatischen Erinnerungen deutlich weniger fehleranfällig. Der Terminplaner im Google Kalender ist ein Zwischenweg.

Kann ich ein Buchungssystem in meine Website einbinden?

Ja. Fast alle Buchungstools bieten einen Link oder ein Widget, das sich in jede Website einbetten lässt. Für WordPress gibt es außerdem Plugins wie WP Booking System, die direkt im eigenen Hosting laufen. Das eingebettete Tool gehört in die Datenschutzerklärung.