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...archäologisch als Archiv: ...das war davor:
Ehrgeiz ist Geil
Den Spruch hatte ich irgendwann vor einigen Jahren mal in einem Interview im Radio so vor mich hingeplappert, (EinsLive ?) und dachte jetzt, der muss ja eigentlich uuuralt und überbenutzt sein, und doch:
Google sagt "nur 95 hits" für den genauen Satz.
Komisch irgendwie...ist doch so offensichtlich?
Jedenfalls hat uns sehr jener seltsame Ehr-Geiz gepackt und nach langer Phase von "mit anderen" und "für andere" hab ich mich einfach wieder erstmal auf mich besonnen letztes Jahr.
Keine weiteren Dauerbedauerungsfloskeln "was man alles hätte machen können in diesem Lande" und das auch in der grossen Variante mit Partnern, Regierung, Angels, Banken.... sondern einfach nur :
Aufhören auf IRGENDJEMANDEN noch warten zu müssen, auf irgendwelche Behörden oder Statuten oder Ausschüsse oder Kurzschlüsse, sondern lieber die Dinge wieder ganz simpel "selbst in die Hand nehmen"...
Und zack! War ein Jahr schon rum ; ) vollgepackt bis an den Rand.
Ein Dutzend Projekte, ein Dutzend interessante Freunde, ein Dutzend Reisen,
3000 km quer durch Europa und dann 2000 Meilen die gesamte Westküste runter von Seattle bis L.A.. Dazwischen ein Buch mit 410 Seiten über GEO und GPS, Elektronen Mikroskop Bilder, Photoshop Filter, Animationen, Renderings, einiges unterschrieben, einiges gegründet,
Und so ist hier eine Riiiieeeesen Update fällig...!
überfällig wäre auch nicht übertrieben.
Also gut
Wenn schon einige sich die Mühe machen, sich für meine Erlebnisse und Erkenntnisse zu interessieren, sollte ich es ihnen wohl auch erst hier im kleinen Kreise und in liebevollem Detail beschreiben, bevor sie es dann irgendwo im Fernsehen mitkriegen, ich wieder vor den Kameras stehe und es viel zu kurz, viel zu seicht, irgendwelchen Interviewern in 3 Sätzen erklären soll.
"Können sie uns den Sinn des Lebens eben kurz beschreiben, bevor wir in die Werbung schalten ?"
Da mach ich mir dann lieber hier frei fliessend von Hölzchen auf Stöckschen meine Gedanken...
Man sehe hier mal so in einigen Tagen wieder hin!
Ich gleite mal ein wenig ab in die vielen Seitenstraßen
bisschen weltschmerzempfindlich :
Tja, da sind wir im frühen dritten Jahrtausend...
die Nuller Jahre schmelzen so dahin,
vielleicht kommen wieder mal "Roaring Twenties" ?
Oder erst die "Soaring Teens" ?
Wär doch mal was.
Eigentlich seltsam, die 50s, 60s, 70s hatten eine fast spezifische Eigendefinition,
selbst die 80er und 90er erlangten im Nachhinein eine recht genaue Identität.
Irgendwie haben die Nuller das noch nicht, so aus meiner Sicht.
Nur auf 9/11 und Hartz IV will mans ja nun auch nicht reduziert wissen, oder ?
Wird man in 50 Jahren Filme von heute sehen und dann lächelnd auf die guten alten Nullerjahre
zurückblicken? Wahrscheinlich wohl. Hoffen wirs, eigentlich.
Aber das Jahr als solches hat sich noch nicht geprägt... ist schlüpfrig,
allein schon die Zahl selber...
bisschen mathemanisch :
Komische Zahl, 2005
so unnormal "normal"
kann man kaum irgendeine besondere Eigenschaft zuordnen...
schlüpfriges Ding
einfach so ungerade, unhandlich
keine Symmetrien, kein Schaltjahr,
keine Olympiade oder World Cup,
kein ganix einfach.
Allein schon als Zahl...:
durch 1 ist alles teilbar aber dann :
nicht durch 2 oder 3 oder 4
und auch nicht durch 6, 7, 8, 9 oder 10
oder alles von 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
und so weiter...
Aber auch die NichtTeilbarkeit ist nur labbrig, keine Primzahl eben:
durch 401 kann mans 5 mal teilen.
Natoll ; )
Wenigstens wenn mans durch 9 teilt
kriegt man auf nem Taschenrechner ne schmunzelbare 222,77777777777...
Also 9 ist wohl das Thema dieses Jahr.
Kann mir recht sein
ich bin mit der 9 per Du
http://www.stetson.edu/~efriedma/numbers.html
bisschen nostalgierig:
Die Weihnachtstage, oder wie die's in den Staaten kürzeln: "Xmas", waren wunderbar ruhig und beschaulich. Es schneite einige Male, die alten Mauern hier eingetaucht in Zuckerwatte, sehr friedlich.
Und prompt überkam dann auch die gesamte Belegschaft der Reihe nach eine zünftige Grippe... Erst schnupften und husteten Mario und Andrea, Thomas 1 und 2, auch Jens und Hans und Klaus wenn ich mich recht erinnere, am schlimmsten dann Rosi und Stefano, fast bis zum "L" Wort... Lungenibah
Ath und Uwe in den US hatten aber jeder auch trotz Distanz intensiv zu Kämpfen, sogar die Jungs in NeuSeeland schienen nicht gefeit. Am schnellsten hatte Vau es irgendwie verpackt und dann war ich auch dran: so richtig "einen in die Birne"...für gut 2 Wochen hing ich in den Seilen.
Aber es war schon fast irgendwie "ein Feature" :
so mit Pyjama und Suppe, einreiben mit Wicks Vap-O-Rub....
Ein wunderbarer Gacker Effekt übrigens. Kaum einer hier würde auf den Gedanken kommen, dass das ein total amerikanischer Begriff ist, Vaporub. Vicks ist von Procter & Gamble, mit 200 Milliarden (aua) "die größte Konsumgüterfirma der Welt", die 21 "billion dollar brands" haben sollen. Mir wird bei diesen Konglomeraten immer recht schwindlig und unwohl.
Jedenfalls hier findet man niedlicherweise wirklich noch die Oma, die auf Wicks schwört, und es dann allen Ernstes als "Ficks Waaah Pooooh Rupppp " ausspricht. Geil!
Dass es eigentlich englisch "Vapor = Dampf" und "rub = einreiben" heißt, wäre für sie vollkommen unverständliches Kopfschüttelauslösermaterial. ( Ich dachte als Kind auch das Colgate oder Palmolive deutsch seien...)
Bezeichnend für diese Jahre : wenn man dann bei so einer Geschichte mal eben schnell ein bisschen rumgooglen mag und drei Sekunden später liest man zB dass es so etwas gibt wie eine Vaporub Überdosis ( zuviel Kampfer ), oder auch jemand der sie als "Gleitcreme mit dem extra Kick" anpreist. Auch nicht gewusst: dass da Terpentin drin sein soll...
Am schönsten fand ich die Geschichte des Herrn "Das" ( vielleicht liiert mit der Frau "Was" von der Lummerland Insel? ), der in Indien "mehr Vaporub als irgendein anderer auf der Welt" verkauft haben soll, indem er es per Gerichtsverfügung als "Ayurveda alte indische Naturheil Creme" umdefinierte.
Was es alles gibt...!
Jedenfalls war es ein Gefühl wieder 8 Jahre alt zu sein, so krank darnieder, selbst die Haare tun weh. Schön zu wissen dass der Körper sich wieder erholt und kämpft...
Und wunderbar dabei so eine Krankenschwester zu haben : )
Gerade was die Erinnerung angeht, wie man als kleiner Junge mit Fieber im großen Federbett lag,da kam mir eine mail von John Brockman vor die schwache Stirn: auf edge.org wurde mal wieder "die Frage" gestellt.... und zwar:
"Gibt es etwas an das sie glauben, ohne es wirklich beweisen zu können?"
Ich wusste, dass die üblichen Verdächtigen der Edge Leute, die guten Nobel Physiker und Wissenschaftler und professionellen Schreiber, sich dazu intensive und detailreiche Thesen an die virtuelle Wand nageln würden, was sie auch genau so getan haben dann. Und ich dachte daher, mal einen kleinen etwas mehr philosophisch angehauchten Gegenton anzuklingen, was besinnliches und ruhiges.
Leider war es auch klar, dass es im Riesenhaufen etwas untergehen würde, dass es kaum einen anderen Deutschen in der ganze Rappelbande da gibt und auch hier das alles nur unter "Kult Status" eine Leserschaft finden könnte. Zwar hat die FAZ eine Abmachung immer alles ausschlachten zu können, bloß wenn dann wenigstens mal einer von hier auch mitmischt, wird der lieber ignoriert. Ist ihnen wohl nicht so ganz geheuer, den dann auch zu zitieren, es könne wohl nach Befangenheit oder Bevorzugung riechen? Ich seh's eher anders, bins auch gewohnt und macht mir in diesen Tagen auch gar nichts aus: schliesslich habe ich noch meine Presseschweigeglocke an, wenn auch in den letzten Zügen inzwischen ; )
Klar kann jeder hier Click machen und sich auf der Edge Seite all die Dinge direkt durchlesen, aber ich möchte das Ding hier auch noch einmal separat hinlegen, denn ich hatte mir viel Mühe gegeben, die Symmetrien der Gedanken auch in eine Symmetrie der Worte zu formattieren.
Und das ging natürlich wie zu erwarten bei denen komplett unter, es wurde lieblos als plain Ascii in eine Schablone eingefügt und basta.
Daher also die Original Version hier, nur aus "warum nicht"-samkeit.
bisschen sinn-lich:
edge.org: What do you believe in, even though you cannot prove it ?
Kai Krause:
I always felt, but can't prove outright:
Zen is wrong. Then is right.
Everything is not about the now, as in the "here and how" or "living for the moment" On the contrary: I believe everything is about the before then and the back then.
It is about the anticipation of the moment and the memory of the moment, but not the moment.
In German there is a beautiful little word for it: "Vorfreude" It still is a shade different from "delight" or "pleasure" or even "anticipation". It is the "Pre-Delight", the "Before-Joy", or as a little linguistic concoction: the "ForeFun"; in a single word trying to express the relationship of time: the pleasure of waiting for the moment to arrive, the can't wait moments of elation, of hoping for some thing, some one, some event to happen.
Whether it's on a small scale: like that special taste of your favorite food, waiting to see a loved one, that one moment in a piece of music, a sequence in a movie.... or the larger versions : the expectation of a beautiful vacation, the birth of your baby, or your acceptance speech at the Oscars... ; )
We have been told by wise men, Dalais and Maharishis, that it is suppopsedly all about those moments themselves, to cherish the second it happens and never mind the continuance of time...
But for me, since early childhood days, I realized somehow: the beauty lies in the time before, the hope for, the waiting for, the imaginary picture painted in perfection of that instant in time.
And then, once it passes, in the blink of an eye, it will be the memory which really stays with you, the reflection, the remembrance of that time. Cherish the thought..., remember how....
Nothing ever IS as beautiful as its abstraction through the rose-colored glasses of anticipation...: The toddlers hope for Santa Claus on Christmas eve turns out to be a fat guy with a fashion issue.
Waiting for the first kiss can give you waves of emotional shivers up your spine, but when it then actually happens, it's a bunch of molecules colliding, a bit of a mess, really.
It is not the 'real moment' that matters.
In Anticipation the moment will be glorified by innocence, not knowing yet.
In Remembrance the moment will be sanctified by memory filters, not knowing any more.
In the Zen version: trying to uphold "the beauty of the moment in that very moment" is in my eyes a sad undertaking. Not so much because it couldn't be done... surely it can: all manner of techniques have been put forth on "how to be a happy human" by mastering the art of that.
But it also implies, by definition, that all those other moments live just as much, magnified under that spotlight: the mundane, the lame, the gross, and worse: the everyday routines of dealing with life's mere mechanics. One inevitably is forced to uphold the un-beauty of the majority of moments.
In the Then version: it is quite the opposite: the long phases before and after are what counts. They last hundreds or thousands of times longer than the moment itself, and done properly they will drown out the everyday humdrum to a necessary minimum.
Bluntly put: spend your life in the eternal bliss of always having something to hope for, something to wait for, plans not realized, dreams not come true....
Make sure you have new points on the horizon, that you purposely create. And at the same time, relive your memories, uphold and cherish them, keep them alive and share them, talk about them.
In other words, the Executive Summary:
Make plans and take pictures.
I have no way of proving such a lofty philosophical theory, but I greatly anticipate the moment that I might... and once I have done it, I will, most certainly, never forget.
Die vielen bunten anderen Vorschläge (und die zerformattierte Rohversion hiervon ; )
im Original Context:
http://www.edge.org/q2005/q05_7.html#krause
weiter im Takt:
bisschen taktvoll :
Viel ist im Gange sagen wir hier.
Der Inder mag sagen viel ist im Ganges ( seltsame Dokumentation gesehen was DA alles drin ist)
Viel Post ist auch da, wie immer
Nach der NAMM show in L.A.. erreichten mich eine Handvoll mails gleichzeitig....
Tony Levin zeigte seinen persönlichen Bass dort, schickte mir auch gerade sein sehr liebes Buch: "Crimson Chronicles" ( kriegt man auch auf tonylevin.com )
mit Hunderten von Fotos von King Crimson vor, hinter, auf und unter der Bühne...
Es ist erstmal Vol.1 "die 80er" und Tony dürfte noch viel Material versteckt haben ; )
Von der Peter Gabriel Tour hat er übrigens auch sehr liebe Bilder auf seiner Seite.
Wir haben dagegen die niedlichen Schnappschüsse von Tony wie er die Bilder machte... ha
PG in Davos ist mir nicht ganz so wohl bei, der ganze Rummel da ist mir eine Nummer zu viel.
Bill Gates mit Bill Clinton, daneben ein "Kriegsminister" aus Afrika, dahinter Sharon Stone mit Richard Gere (?!? ) Kommt mir seltsam vor. Andererseits ist der Gedanke die Hebelkräfte bei denen anzusetzen die an den Hebeln sitzen, in sich nicht schlecht. Bono von U2 setzt genau da an und wer weiß ob es nicht doch Wirkungen haben mag. Sein Einsatz da ist jedenfalls mehr wert als wenn er lediglich einen Körper mehr in irgendwelchen Demonstrationen auf der Straße darstellt.
bisschen bononesk:
Der andere Bono, Edward de, redet dabei auch auf der Regierungsebene über konstruktive neue Wege. Das ist auch der Sinn und Hintergrund des Center for Creative Thinking das er in Malta aufziehen will ( der EU Beitritt hat da wohl einige Verzögerungen mit sich gebracht ).
Da ich da auch mit im Board sitze, gibts einiges zu bereden...
Im Januar fuhren wir daher Hals-über-Kopf ( welch seltsamer Spruch ) nach Paris, "nur so" ( einer der schönsten Gründe etwas zu tun... )
Ist auch extrem empfehlenswert, so eine langsame Tour die Mosel hinauf bis Luxembourg, von da ists gar nicht mehr so weit, 3h oder so...
Edward hatte uns im Cafe Deux Magots treffen wollen, das zusammen mit dem Cafe Flore fast daneben seit den 20er Jahren die Stammkneipe von Sartre, Picasso und hastenichgesehen war... (http://zeus.zeit.de/text/archiv/2001/21/zeit5021.xml)
Aber nee, er hat lediglich gegenüber sein Apartment, und den Kontext gar nicht im Sinn.
Manno...
Jedenfalls haben wir uns in mehreren Lunch und Dinnern in St Germain dann wiedermal über Hölzchen und Stöckschen unterhalten, wie das so ist. Manch bunte Anekdote kann man leider nicht so recht öffentlich wiedergeben, selbst im kleinen Kreise wie hier, aber manche Leser sehe ich ja auch molekular ab und zu, da kann man das eher aus mir rauskitzeln ; )
Was mich eigentlich besonders berührte, war Edward selbst. Jetzt gut über 70 ist er sehr rüstig, vielleicht zu sehr, denn er rast immer noch ungebremst mit einem Round-The-World ticket von einem Land zum nächsten. Ich gehe gerade mal auf die 50 zu und hab jetzt schon nicht mehr so richtig Spaß an den ganzen Umständen der Reiserei...
Ich hatte ihn hier schonmal erwähnt (übrigens, um sowas zu finden braucht man trivialerweise lediglich den Suchbegriff zu nehmen und hinten diese URL dranzuhängen:
also in Google "Bono site:www.byteburg.de"
fertig.
..
Edward hat gut über 60 Bücher geschrieben, und bei vielen hauptsächlich durch den Begriff des "Lateralen Denkens", den er in den 70ern prägte, bekannt. Das wäre allerdings eine sehr oberflächliche Betrachtung seiner Arbeit und vieles was ich so an Kommentaren und Rezensionen sehe, geht an der Person oft vollkommen vorbei. Offensichtlich haben die wenigsten der Schreiber jemals mit ihm auch nur eine Viertelstunde verbracht, oder sie würden sich -und ihm -so manches Wort ersparen... ( ich glaube damit fühle ich mich auch etwas seelenverwandt, denn das passiert mir viele Jahre schon genauso. Was ich oft an kleinen flame wars über "Kai" so mitbekomme, oder mir geschickt wird, ist so oft eine platte Cartoon Version von mir, mit der ich mich kaum identifizieren mag. Eher werden die Schatten, die ich werfe, kommentiert und analysiert, als ich selbst. Vielleicht nehme ich auch daher hier den Weg, mich einfach in allen Richtungen etwas treiben zu lassen, um diese eindimensional verzerrte Sicht etwas auszustaffieren. Nicht jeder wird mich verstehen oder gar mögen, wär auch schlimm wenn's so wär. Wenn jede Pappnase mich mit "Megageilsuuuper" betiteln würde, hätte ich versagt ; )
Edward selbst ist hier in Deutschland leider nie über einen Kultstatus weggekommen, was viel mit der Sprache zu tun hat. Er hat kaum öffentliche Auftritte hier gehabt und die Übersetzungen sind manchmal recht hölzern.
Aber das Thema, dass mir auf den Nägeln brannte, war für ihn: da sitzt er auf einem Berg an Gedankengut, zig Tausende von Seiten. Und ich habe ihn quasi beschwört, dass er in dieser Phase seines Lebens doch der Einzige sein kann, der dieses alles in eine wirkliche Form bringen kann. Der den roten Faden, der durch alles hindurch geht, auch zeigen und erklären kann! Niemand anders dürfte sein Vermächtnis sortieren, dann vielleicht sogar noch lieblos und hastig.
Wie schön wäre es, ein Buch mit dem Gesamtwerk zu machen, so richtig konsequent.
Edward hatte gehört, dass ich einen Preis in Arizona verliehen bekomme und dachte erst das wir uns dort wohl wiedersehen dann, denn auch er ist da sehr bald. Aber wie es sich herausstellt ist es nicht ein Innovations Ding bei ihm, sondern die Universität hat ihn zum Da Vinci Professor dort gemacht.Am nächsten Abend dann huschten Vau und ich noch eben in St Germain in den neuen TASCHEN Laden rein ( gleich an dem hübschen kleinen Platz Buci, Rue des Beaux Arts ) und suchten das passende Da Vinci Buch, das ich auch hier auf Deutsch habe...
Ein wunderbares Werk von Benedikt und Angelika Taschen ( die sich leider letztes Jahr getrennt haben ) , wie so viele sehr schöne Bände aus dem Verlag.
Das Ding ist 11kg, 700 Seiten, fast einen halben Meter lang..... und das für €150 ist schon wirklich eine Leistung von Taschen...
Ein Taschen Buch ist, wenn es alles andere als ein Taschenbuch ist ?
http://www.taschen.com/pages/en/catalogue/books/art/all/reviews/12/01643.htm
Jedenfalls war das genau der Grund und Anlaß ihm dieses Ding zu geben ( auf Französisch das er sich dann in Englisch umtauschen kann ; )
Sollte nicht SO ein Buch das wirkliche DeBono Buch sein ? So und nicht anders ?
Ich sollte mal bei Taschen mehr anklingeln, in L.A. waren einige dinners mit Christopher Franke und Benedikt immer wieder terminlich geplatzt, hm... aber das wird schon
Um mal wieder etwas mehr zu "Technologie" als anderer roter Faden auf diesen Seiten hier zurückzukehren: ich meinte damit auch nicht unbedingt nur ein massives ToteBäumeWerk.
Was mich kitzelt, für Edward aber auch viele andere und mich selbst, wäre ein Werk, dass man in gewohnter molekularer Form vor sich haben kann: haptisch, visuell und olfaktorisch eben.
Dazu dann aber eine MetaVersion, die dem Werk ein virtuelles (sehr ausgeleierter Begriff) Gegenstück gibt. Spezifisch: nicht nur das Buch in seiner "normalen" Form nur "ins Netz stellen", also zB eine .pdf oder gescannte hi res Version in Bildern...
sondern zu jeder Seite, zu jedem Begriff, zu jeder These und Schlussfolgerung all das beitragen was eben NICHT in dem Buch selbst erscheinen kann...
Zum einen ist ein Buch immer ein Schnappschuss einer Zeitfalte, aber das MetaBuch kann aktualisiert sein. So sind beispielsweise viele der älteren Thesen und Ideen inzwischen längst Realität geworden, Prognosen entweder eingetreten oder auch nicht...
Und dieses tiefergehende Material muss nicht unbedingt vom Autor kommen, es wäre sogar sehr wünschenswert dabei die Gesamtheit der Leserschaft miteinzubeziehen, ihnen die Chance zu geben die Inhalte zu erweitern, zu kommentieren, zu verbessern, oder auch kritisch zu beleuchten.
So könnte jede Seite für sich auf dem Web unendlich viele Ebenen von MetaSeiten, also Seiten ÜBER diese Seite, haben.
Eine weitere Facette dieses MetaBuchs wäre es, die Limitationen des Papiers und Druckes zu durchbrechen: hier können Animationen statt nur Skizzen sein, Video statt nur Bilder, und mehr: Panoramas bis zu 360 Grad VR Aufnahmen. Selbst die einfachen Bilder können zoombar werden, ein Mindmapping einer komplexen Thematik also in Wandgröße vorhanden sein, im Detail ansehbar. Ich brauch da dem geneigten Leser hier nicht unbedingt alles vorzukauen, es scheint vollkommen offensichtlich in wie vielen Wegen ein virtuelles MetaBuch das PapierBuch erweitern kann. Interessant aber, dass es gerade dem NICHT so technisch versierten Edward nicht unbedingt gleich klar sein kann... und generell es vollkommen unterschätzt wird, in wie vielen mannigfaltigen Formen man quasi das Buch neu erfinden sollte.
Es soll es aber nicht "ersetzen" das ist zumindest jetzt noch sehr wichtig. Es ist eine zusätzliche Form, eine Augmentation und komplementierende Erweiterung.
Dieses ist übrigens eines der zentralen Themen in dem Projekt "TD" von dem ich hier oft berichte, ohne auf die Details eingehen zu können, bisher jedenfalls.
Meine These Edward gegenüber, und er mag das annehmen oder auch nicht... es ist sein Werk..., war, das in der nahen Zukunft es weniger um die molekulare Verteilung von Kopien seiner Bücher geht, genauso wie es nicht mehr wirklich um die physische Form des Vinyl Albums oder auch der CD mehr geht, sondern um den Inhalt, die der Musik ODER eben auch die des Buches.
Er hatte vielleicht abstrakt einmal davon gehört, aber es war ihm glaube ich noch nicht so bewusst, wie schnell sich hierbei die gesamte Situation verändern wird:
so wie man jetzt bereits ein ganzes Album lokal in wenigen Minuten herunterlädt und sich selbst auf CD brennt oder in iPods zieht, so wird es auch genauso Bücher On-Demand geben. Gibt es sogar bereits, nur noch nicht mainstream.
Die neuen Drucker machen 25 oder gar 30 Seiten pro Minute, obwohl sie unter 200 € kosten ! Da kann also ein Buch, zumindest in einfachster Form, schon in einer Viertelstunde entstehen. beidseitig bedruckt ist jetzt schon trivial, auch in der Preisklasse ( wie zB ein Pixma 4000) und im Prinzip könnte sogar ein Softcover und einfache Buchbindung dazukommen und immer noch unter $500 bleiben.
Aber weniger die Vision das nun wirklich jeder Haushalt gleich die gebundenen Bücher ausspuckt, wäre es ein sinnvoller Zwischenschritt, dass man zB bei Amazon so wie bei BooksOnDemand sich einfach Titel bestellt, die dann in Kleinstauflage bis hin zum Einzelexemplar, eben On Demand, gefertigt und geschickt werden.
Aus Edwards Sicht: gut die Hälfte seines Lebenswerkes ist bereits in großer Gefahr: sie sind out of print und haben wenig Chancen je wieder neu aufgelegt zu werden!
Er und NUR er hätte die Möglichkeit, mit so einem Monstergesamtwerk zunächst einmal zu sichern, dass dieser Erosionsprozess aufhört, und dann aktiv alles zu aktualisieren und auch wirklich eine Bilanz zu ziehen, wie die Jahre sich auf die Aussagen ausgewirkt haben...
Dieses Problem und aber auch diese neue Chance gilt für viele Autoren, wenn nicht fast ALLE. Es wird natürlich auch zu einem Riesenthema, welche Rolle hierbei die Verlage als Mittelmänner spielen, genau wie es in der Musikbranche auch zu radikalen Änderungen führt.
Es ist nicht für alle gleich positiv, aber ich sehe darin auch eine wunderbare Möglichkeit für kleinere Verlage und einzelne Autoren, die neue Wege haben werden ihre Kreationen in die Welt zu bringen. Sicher: was nicht gut ist wird auch so nicht besser werden... ; ) Aber viele die gut SIND, haben es nicht einfach gehabt in den Mühlen der Buchmessen...
Noch ein weiterer Aspekt dazu: ich selbst bin alter Buch-Sammler, habe Regale voll dieser Molekül Varianten ; ) und liebe sie ! Ich bin da ein analoger Leser und Liebhaber der Objekte und es läge mir fern mit irgendwelchem Gerede von animierten Bildchen das Buch tot zu heißen. Vollkommener Blödsinn!
Ein Buch ist aber nicht deswegen wesentlich mehr, weil vielleicht "man auf dem Bildschirm nicht so gut lesen kann", wie ich so oft argumentiert sehe.
Das ist eine sehr dünne Eisdecke auf der man da rumschlittert: es mag vielleicht noch vor wenigen Jahren so gewesen sein, dass man auf CRTs mit 1024er Auflösung einen Vergleich zum Papier leicht gewinnen konnte. Aber alle neuen Geräte werden parallel angesteuert, es gibt keinen "Strahl" mehr, der flickernd über den Schirm huscht, womöglich interlaced noch Halbbilder zeichnet.
Es wird sehr bald so sein, dass die Schirme genauso sauber, scharf, klar, detailliert und farbecht sind wie man es auf Papier erwarten kann, vielleicht sogar mehr noch.
Es wird sie in schneeweiß geben und auch "paperwhite" exakt, mit 300 dpi oder mehr, ganz gleichmäßig ausgeleuchtet, ohne jeden Schimmer von Flickern...
Aber das ist es ja gar nicht was ein BUCH ausmacht... Da geht es viel mehr darum, sich auch mit den kleinen Erinnerungen zu umgeben, ein Buch mit einer Widmung darin, geschenkt von einer lieben Person, dass an einem ganz bestimmten Ort im Regal steht und dort als Erinnerung dient. Als kleine Ikone, eine Boje die schwimmt und sagt: hier, ich bin das Buch das du in Norwegen gefunden hast, oder das nach dem Wohnzimmer deiner Oma riecht, oder in dem du schon mit 10 rungekrickelt hast. Es sind einfach nur materiell gewordene Erinnerungen die man da in seinem Umfeld bewahren kann.
Das für mich ist ebenso wichtig und ausschlaggebend für eine Präferenz. Mehr noch als nur die rein praktikablen Aspekte wie zB "man kanns im Zug lesen ohne Strom zu brauchen" oder so was... Stimmt natürlich auch, wie so vieles mehr.
Man einige sich einfach: nichts soll das Buch als solches ersetzen....
Im Gegenteil! Ich hoffe eigentlich dass hierbei die Technologie generell eher zu einem neuen Boom der Leserschaft führen kann, und dabei wiederum auch zu einer größeren Wertstellung der wirklichen Inhalte! Es ist den kleinen Buchläden ja nicht zu verdenken, dass sie einfach nach per Nachfrage das Angebot anpassen, und sich so Pyramiden von "Dieter Bohlen"unverhohlen in den Schaufenstern türmen.
Und fragt man nach Edward de Bono wird man selten fündig werden, schon gar nicht in den Kleinstädten, und wenn dann gerade mal die neuesten und die sicher nicht in Englisch UND Deutsch.... So ist es eben auch kein Wunder, dass Amazon schon einen riesigen Unterschied darstellt zu den Zeiten vor kaum 10 Jahren. Wie wunderbar es doch ist, dass ich etwas lese, mal eben einen Begriff google, in Sekunden dazu das Buch finde und es am nächsten Morgen einfach auf der Matte liegt.
Würde den Menschen vor 100 Jahren doch wie Heinz L. Männchen vorkommen, oder ?
Ein Wunder, schlichtweg.
Übrigens ist es im Moment auf Amazon wert kurz sich die A9 engine neu anzusehen, dort haben sie am ersten Tag der neuen Version 20 Millionen Bilder (!) eingepflegt: alle lokalen Suchen zB nach einem Zahnarzt oder nem Katzenfutterladen haben jetzt die passenden Einträge mit Abstand in Meilen... dazu aber auch die Landkarte UND ein Foto der Fassade ! Man kann quasi von Haus zu Haus zu Haus die Melrose Avenue abfahren und sich die Shops angucken...
Gut, das ist nicht "der Sinn des Lebens" schlechthin, aber ein interessanter inkrementaler Schritt. Oft ist ein Blick auf ein Hotel oder Restaurant gar nicht schlecht und kann Entscheidungseinfluss haben... Wir hatten hier auch letztes Jahr da schonmal die Pages Jaune in Paris erwähnt, die an ähnlichen Dingen arbeiten. Hier wäre es Zeit für die Gelben Seiten mal ganz neu an diese Dinge heran zu gehen. Hinkt alles immer so ein bisschen provinzmäßig hinterher, leider.
Nochmal kurz zurück zu dem Buch Thema: es gibt wunderbare Möglichkeiten, in welcher Form man so eine Ko Existenz des normalen Buches mit seiner virtuellen Meta Variante durchführen könnte. Da ich selber an einem oder gar zwei Büchern arbeite, gehen mir hierzu sicherlich sehr genaue Vorstellungen durch den Kopf.
Wenn da jemand in einem Verlag drüber plauschen möchte, kann man das im Frühling irgendwann bestimmt schön tun.
Um einen kleinen Kreis zu schließen: wie schön wäre es wenn gerade zu so besonderen Werken wie Gödel Escher Bach es möglich gewesen wäre, dass alle Leser in den 35 Jahren etwas beitragen könnten. Wieviele Bilder und Rätsel, wieviele Palindrome und Anagramme, aber auch wirkliche Kritik, bewegende Fragen, aufgeworfene Widersprüche, aktuelle Forschungsergebnisse, etc etc etc es hätte geben können...
Sicher, da war immer wieder dann eine Webseite hier und eine Alt news group da, aber der Verfall all dieser temporären Begleiterscheinungen ist rapide und tödlich: um das zu illustrieren gibt es nichts besseres als eine Suche in den 20 Jahren der alt newsgroups, jetzt in Google Groups : http://groups-beta.google.com/group/alt.fan.hofstadter
Da findet man die brutalste aller Formen des Informationstodes: SPAM SPAM SPAM
8 von 9 Einträgen der ersten Seite sind purer Horror... Genuine Penis Enlargement, Free Laptops, hi I'm Sophie, und das erste "Active Older Topic" ist "Evil Porn Star with the worlds longest bush"
Im Ernst, guckt selber....
Es will also sehr sehr methodisch und richtig und wichtig angegangen werden, wie genau man so etwas langfristig aufbauen könnte.
Und dabei ist SpamSpam nicht einmal die schwierigste Thematik, denn einfachen massenspam kann man noch relativ effektiv mit technischen Methoden filtern. Viel schwieriger finde ich dabei die inhaltliche Zerrüttung: wenn jeder angetrunkene Penner noch unter der Brücke per WiFi sich einloggen kann und seine dämlichsten Vorurteile oder persönlichen Attacken überall loswerden kann, führt das nicht zu einer interessanten Diskussion sondern einer Spirale von kleinkarierten Hin und Her Gerangel wie in jedem Sandkasten, vom Feinsten.
Dagegen ist so etwas wie Wikipedia ein schöner Anfang, quasi "selbstheilende" Moderation statt Anarchie zu bewahren.
Dies sind aber große Themen, die man nicht einfach über den Kamm scheren kann mit ein paar schnellen Analysen und Schachtelsätzen. Man muss auch wirklich im Auge behalten, dass die Freiheit der Rede und Presse genau DIE Inhalte schützen muss, die NICHT ganz bequem sind, quasi per Definition schon sind es diese kontroversen Meinungen die eventuell den Schutz benötigen. Wo aber zieht man dann die Grenze...
Ich komme darauf sicher noch zurück.
bisschen sononesque:
Und apropos: um auf einige Dinge zurückzukommen die wir oben begonnen hatten:
von der Namm Show sind ne ganze Menge neue Sachen in der Musik Ecke zu sehen und hören...
Melodyne 2.6 hab ich hier, wunderbares Werkzeug, Hut ab and Peter und alle in München...
der Neuron in PlugIn Form soll doll Furore gemacht haben ( den kleinen Kontroller dabei seh ich besonders gern, wie lange rede ich schon von der CAT in der linken zur Maus in der rechten Hand ) Nuke Hardware Controller.
Auch die Access Leute mit dem Virus Ti haben wohl die teutonische Flagge hochgehalten da...
Von den kleineren selteneren und noch kaum gehörten Neuigkeiten bekam ich die meiste mail über einen Schritt nach vorne im schwierigsten Segment: einzelne klassische Orchester instrumente, und zwar NICHT als sampler und auch nicht als physical modelling !
Man gehe da mal auf diese Seite und höre in das erste Beispiel von Beethoven, mp3 streaming:
Synful_Plays_Beethoven_Quartet.mp3
Paganini.mp3
RKral Synful 01.mp3
dabei muss man sich klarmachen, dass es wie gesagt KEIN Sampler ist...
es wird lediglich reines Midi genommen, inklusive die verbundenen Passagen und Glissandi, etc.
Es geht hierbei nicht um diese ewige "klingts denn nun echter als echt" Rangelei...das sind Demos und es gibt immer gute und schlechte... Aber was hier gezeigt wird ist genau da wo bisher alle anderen einfach scheiterten: nicht die einfachen Töne sondern die Verbindung zwischen den Tönen ist quasi das "holy grail" nach dem solange schon gesucht wird.
Da sind die recht weit, muss ich sagen...
PC jetzt, trial runterladen, OSX in ein paar Monaten
übrigens findet sich hier eine interessante Beschreibung der Hintergründe,
geschrieben von Eric Lindeman selbst :
http://www.northernsounds.com/forum/showthread.php?postid=237886#poststop
Das Musik Thema werde ich auch nochmal aufgreifen...
auch ist Eric Wenger auf dem Wege hierher und bringt sein frisches MetaSynth mit...
Für ihn hab ich aber auch viel neues, das wird lustig!
Kai Gradert ist angetan von http://www.tuner2.com/
extreme low rate hi fi netradio.. ( ich hab RadioLover, sehr schön )
bisschen reisefiebrig:
Erstmal bin ich aber jetzt auf dem Sprung nach L.A. und Phoenix, von da nach Scottsdale, zur
DEMO, (viele interessante Leute und alte Freunde da)
von da dann nach Utah, kurz in Sundance, und Besuche bei DAZ (die Bryce haben).
Auch noch bei Zygote ( das sind unter anderem die, die Effekte bei Hollow Man gemacht haben, etwas labbriger Film aber wunderbare Effekte wie der Körper da in vielen Schichten zerlegt wird... Ich dachte immer schon so etwas sollte man doch mal in den Schulen haben !) (Geschweige denn für Mediziner spezifisch... ) ( klar gibts einiges wie A.D.A.M., aber nicht ganz dasselbe.... )
von da gehts nach Santa Barbara zu den Kids wieder ( die hatten übrigens allen Regen des ganzen Jahres bereits in den ersten 6 Tagen des Jahres... Falls es noch Fragen gibt ob sich wettermäßig was tut mit der Erde... puh! )
zurück via L.A., alles in 12 Tagen, jaul.
Die TED und die Oscars liegen direkt danach, aber eigentlich hab ich nicht so wirklich die Nerven dafür gerade, einfach zuviele Dinge mitten im Fluss hier. Ich wünschte ich könnt mich so richtig einmümmeln und nur rund um die Uhr werkeln...
bisschen postulatisch:
viel mail kommt, wie immer, und ich bin manchem noch ne richtig vernünftige Antwort auch schuldig...
Manch schöne Sachen, wie zB Julius Popp der Roboter baut, und zwar in Kugelform.
Aber nicht das ist das Besondere, sondern dass sie keine direkte Steuerung haben, sondern über neuronale Netze das erst selbst erlernen müssen !
www.inspire-award.de
da kann man auch noch für ihn voten ; )
Über Neuronale Netze bekomme ich einiges, man sollte die wohl mal alle in ein Zimmer bringen (Au Mann.. "wenn man nichts anderes zu tun hätte dann wär XYZ doch ne schöne Sache" Syndrom, immer wieder aufs neue...) Aber: gut Ding will gut Weile haben, manches kommt dann gerade wenn es keiner mehr erwartet.... doch noch"
Auch kamen einige mails zu den Geschichten in der Presse über die Hemmersbach Burg und die Firma der Sparkasse, msc. Aber ich muss sagen, das ganze Thema ist für mich nun über ein Jahr vorbei, wie man hier recht genau nachlesen kann, wenn man ziemlich weit hinunterscrolled ; )
Der UrGedanke eines generellen Inkubators bleibt nach wie vor nobel und interessant, aber in der Konstellation wie es dort ablief, kann es einfach nicht funktionieren.
Und daher, bei allem Wohlwollen, kann ich mich auch nicht weiter damit befassen...
Der letzte Versuch war vor über einem Jahr, die Waldorf Synth Firma zu retten.
Wir haben sehr viel Arbeit da hineingesteckt
( hier unabhängig von einem der Leute mal beschrieben... )
Es sollte auch nie so ein "RiesenDing" gleich sein, wir redeten nicht von Millionen, sondern vielen kleinen Beträgen die für 2-5 Leuten ein Jahr sichern würden. Dazu sollte man ihnen die Maschinen und den Raum stellen. Dass dieser Raum in besonderem Ambiente die Arbeit mit dem Umfeld verknüpft, und dass dafür elendig viele wunderbare uralte Bauten quasi vermodern, hatte nichts mit einer elitären "Schloss" Sache zu tun, jedenfalls niemals von unserer Seite her.
Das alles hat ja auch wunderbar geklappt, wir haben sie bekommen, sie ist ausgebaut worden, steht dann leer und fertig da: und.... dann ist nichts von dem Fond da, aber auch nicht ein Pfennig. Dazu gesagt: Ich hab auch nie einen Pfennig für Hemmersbach bekommen, und wollte auch nie einen haben. Es hat mich nur gekostet, viel zeit, viel Energie, viele Ausgaben und letztendlich viel viel Nerven...
Aber meinen Verstand, den werde ich es nicht kosten lassen... ; )
Es war auch nie jemals auch nur in entferntester Erwägung dass "ich selbst als Untermieter" dort einziehen sollte ( woher die Presse so etwas nimmt ist mir rätselhaft ). Lächerlich...
Den Investor der die Burg 100% besitzt, habe ich nun fast 2 Jahre nicht mehr gesehen.
der Chef der Sparkasse beantwortet schon fast ein Jahr nicht mehr die Anrufe.
Es ist einfach kein Thema mehr für mich und wenn ich so etwas noch einmal in Angriff nehme, dann nur auf meine eigene Kappe, ohne Institutionen.
Aber bevor ich jetzt alle möglichen anderen rette, werde ich mich doch erst um meine eigene Welt kümmern, zumindest für eine Weile.
Weiter also:
Eine andere Art von mail schickt mir dann oft meine eigenen Worte aus vergangenen Jahren, Auftritte in London und Cannes auf Video, oder auch sowas wie das hier, niedlich... :
ein blog der ein Interview in Japan zitiert, da hatte ich gerade Mosaic in Beta gesehen und das kommende Web schwirrte mir im Kopf. Die Definition die ich dazu damals abgab, da stehe ich heute noch genauso zu, mehr denn je :
http://edificial.blogspot.com/2004/10/interview-with-kai-krause.html
noch eine andere Art von mail sind einfach interessante Geschichten aus ganz anderen Ecken, und diese Tage hatte ich gleich mehrere Berührungspunkte mit Leuten die mit Wasserstoff Erfindungen zu tun haben...
Sehr schön zu lesen ist dies hier, wo man wirklich nur hoffen kann "ach wenns doch nur wahr sein
könnte.. ; )"
http://www.s-line.de/homepages/keppler/wasserauto.htm
http://www.wasserauto.de/html/daniel_dingel.html
Es gäb noch viele viele links zu besprechen, besonders in dem großen GEO Thema, wo das ganze Team um die Studie herum es zum Abschluss gebracht hat und wir sehr viele neue Inspirationen fanden. Da tut sich sehr sehr viel, ich werde es nach der Cebit wohl alles mal summieren.
Erstmal lass ichs hier so liegen und melde mich nach meiner Reise wieder.
Grüße in den Äther and alle die mitlesen wollen und uns ein Stückchen näher rücken.
Sorry dass das Beta Programm zunächst immer noch in Englisch in New Zealand läuft.
Das Buch ist noch nicht generell lesbar ( danke der lieben Nachfragen ) und auch das Presseschweigen bleibt noch ein wenig erhalten...
Ein Schwall guter Nachrichten
2005 könnte sehr interessant werden. So lange hab ich nun gesät...
Zwar sind meine neuesten Projekte immer noch nicht so ganz reif für das breite
Publikum (Beta auf Englisch ist in Neuseeland unterwegs, aber ich werde auch hier bald
aktiv ) und so habe ich das generelle Presseschweigen noch aufrecht erhalten.
Aber dann flatterte gerade eine schöne Mail herein, dass ich auch ohne diese frischen
Nachschübe als Preisträger nominiert und dann "auserkoren" wurde :
Der Preis gilt den "Top 15 Innovatoren" in Software und Technology der letzten 15
Jahren, und hierbei hat man mich geehrt für meine Verdienste, den Stand der
Computer Grafik immer wieder weiter geschubst zu haben.
Er wird bei einer Gala im Februar vergeben, in so nem Posh Wüstenressorthotel in
Arizona. ( Unweit von Bryce Canyon, das sollte ich doch mal.... )
Ich bin mit dem Ding in einer ziemlichen coolen Gruppe gelandet: die anderen
Preisträger am Tisch sind zB:
Marc Andreesen, der damals das Web nach Mosaic mit Netscape ankurbelte.
Die Chefs von Palm, die mobiles Computing erst so richtig erfanden.
Die Mit-Gründer der Blogger Szene, schon eine wichtige Erweiterung des Webs.
Der Chef von TiVo, dem wirklichen PVR... ( ich hatte einen seit Beta, da Paul Allen der
mein erster Investor war, bei TiVo und Replay mit einstieg ca 97... So etwas gibt es
hier immer noch nicht wirklich. Ich probier immer schon alle durch... Inzwischen
drüben 600 Gig mit HD dabei und DVD recorder drin, und auch Filme tauschen, nach
Regisseur oder Schauspieler suchen, etc. Selbst in der ZEIT war diese Woche endlich
mal ein Artikel drin, das PVRs die einzig wahre Möglichkeit sind, zeitgerecht mit dem
Medium Fernsehen umzugehen. Innerhalb der nächsten 2-3 Jahre wird jeder von Euch
da draußen so ein Ding haben und dann nie mehr zurückblicken, ich versprech's euch )
Auch noch dabei sind welche von Intel Capital und den Miterfindern von WiFi...
aber besonders freut mich dabei, dass ich mit den beiden Gründern von Google da bin,
Sergey Brin und Larry Page.
Wir haben da nämlich eine ganze Reihe von Berührungspunkten:
Im großen Sinne, sich den neuen Möglichkeiten des Webs und der nächsten Inkarnation
des Webs zu widmen, meine Forschungsarbeiten da manifestieren sich in vielen
Sketchen und Schriften, bald mehr dazu. Aber auch im kleineren schon :
Zum einen hatte ich hier vor einem Jahr oder mehr bereits eine Software erwähnt, die
einige meiner Jungs von Meta gebastelt hatten, es ging darum die Flut der Bilder auf
jedem Rechner zu sortieren und zu verwalten. Picasa hieß das Programm, und vor
einigen Monaten wurde das dann von Google aufgekauft und all die Jungs sind jetzt dort
angestellt. Picasa ist umsonst runterladbar auf den Google Seiten...
Dann hatte ich hier recht oft schon den Earth Viewer von Keyhole erwähnt. Wir hatten
die mehrere Male in San Francisco besucht und ich wollte eine Lizenz hierher holen.
Allerdings wurde dann auf CNN täglich die Golfkriegs Berichterstattung mit Anflügen
auf Baghdad und Afghanistan durch Keyhole visualisiert und bald danach begann es
militärische Einflüsse und auch Investitionen zu geben. Das war nicht in meinem
Interesse... Und gerade als ich begann mich nach neuen Alternativen umzusehen, kam
die wunderbare Nachricht, dass der ganze Laden von Google akquiriert wird !
Das ist natürlich eine neue Lage und nun bin ich auch wieder dabei und gerne...
Im Moment ist Deutschland noch recht leer, der Earth Viewer hat die NASA "Blue
Marble" maps nur in grober Auflösung und dann in echter Hi Res die meisten Städte in
den USA, Tokyo und einige Flecken wie Athen. Aber die über 5000 Gigabytes an Bildern
werden gerade auf die Google server umgelegt und können sich schnell vervielfachen.
Für einen wirklichen Einblick der Möglichkeiten sollte man in Earth Viewer in den
augenblicklichen Rekordhalter San Diego reinzoomen: dort sind die Bilder in 3 inch
Auflösung zu sehen. Das heißt: ein Object von 7.5 x 7.5cm ist ein Pixel gross.
Damit also ein Auto schon 200 pixel oder sowas.
Dabei geht es überhaupt gar nicht um den 'Big Brother' Winkel (wie man hier immer so
unglaublich schnell und nörgelnd da rumstochern will). Die Bilder sind 6 Wochen oder
auch 6 Monate alt. Und all die falschen Leute hatten immer schon Zugang zu solchen
Daten. Es in die Hände von normalen Bürgern zu bekommen oder auch den Kindern
damit einen wirklich greifbaren Umgang mit dem Abbild unserer Erde zu verschaffen,
ist sicherlich der beste Weg auch die Sicherheitsaspekte in den Griff zu kriegen.
Aber ohne das einzelne Individuum in den Vordergrund zu stellen, einfach nur als reale
Karte der Welt ist es höllisch interessant. Ich hatte gehofft, es den Schulen zugängig zu
machen, dass zB ganze Schulklassen sich über ein Jahr hinweg neue Inhalte erschaffen
können, zB die Reisen von Marco Polo, Vasco da Gama oder Kolumbus, oder die
Ausbreitung von Sprachen, von Gletschern, oder Aids, oder die Änderung der
Waldbestände im Amazonas. Ich wollte es so umbauen, dass man zB einen Zeit-
Schieberegler hat, mit dem man die Ausbreitung des Römischen Reiches interaktiv
durch die Jahrhunderte verfolgen kann. So also wie in mancher Dokumentation auf arté
oder 3Sat, aber eben individuell und neu und interaktiv.
Meine Designs und Sketche hierfür sind nun wieder akut und ich werde sicherlich einige
Gespräche mit den Google Leuten führen. Jemand Ideen, hm?
Nahtlos knüpfte daran dann auch eine andere gute Nachricht diese Tage an:
die Studie über GEO Zusammenhänge wird in voller Größe in Teil 2 und 3 zu Ende
gemacht und wird unser Team mit Thomas, Hans, Jens, Klaus und andere noch recht
beschäftigt halten.
Wir haben Berge von Material hierfür gesammelt, Studien und WhitePapers, auf Messen
und Kongressen vor Ort recherchiert und sogar einen Professor aus Tokyo eingeflogen,
alter Freund von mir, mit dem ich dort auch mehrtätig bei Sony zu Besuch war. (Viele
kleine Referenzen zu all diesen Dingen lassen sich überall in den Archiv Seiten hier
finden... Ich weiß, dass erstaunlich viele Leser sich dabei viel Mühe machen
stundenlang zu blättern und zu suchen.. : )
Dass in Tokyo die unglaublichsten Varianten von GEO Inhalten bereits existieren, kam
nicht ganz unerwartet. Aber mehrere Tüten an Broschüren und Berichten im Original in
Kanjii war dann doch noch recht überraschend.
Die Studie als solche ist nicht öffentlich, sie wird im Auftrage eines einzelnen sehr
großen Partners gemacht. Im nächsten Jahr werden aber sicherlich manche Aspekte
auch hier einfließen, wenn nicht sogar in neue Projekte münden. Wer in der Ecke
interessante Neuigkeiten sieht, URLs, Produkte, Personen... wir sind da immer
kontaktfreudig.
Weiter noch im Reigen der guten Nachrichten:
Ich habe aus der Arbeit an dem Projekt mit den Codenamen "TimeDoubler" hier nie ein
Hehl gemacht ( wasauchimmer "ein Hehl doch machen" dann wohl sein würde ?? )
kann aber nicht so ganz einfach alles dabei auf den Tisch legen.
Es hat viel damit zu tun, dass die Katze, einmal aus dem Sack, schwer nur zu schützen
ist.. aber auch, dass ich gerne sehr anders als in den Tagen bei Meta endlich NICHT ein
halbes Jahr zu früh was raus schubse nur weil ich ökonomisch dazu gezwungen bin.
Ich kann es mir hier und heute leisten, indem ich ein sehr kleines Team habe und auch
vieles selbst mache, eben nicht diesen Zwang zu haben damit die Miete bezahlen zu
müssen. Auch wenn ich nun schon Jahre von meinen Ersparnissen zehre und das wohl
irgendwann auch zu Ende gehen wird, kann ich schon noch ne Weile durchhalten : )
Auf dem Wege die Ideen um TD zu verwirklichen, habe ich einige Versuche
unternommen hier mit Programmierern zu arbeiten. Ohne dabei irgendwelche
pauschale Rückschlüsse zu ziehen oder es auf alle deutschen zu generalisieren,
irgendwie kam es dann doch so, dass ich einfach mit meiner alten Truppe fabelhaft im
Rhythmus drin bin und sie meine Art der Arbeit, meine Zeitzyklen, meine Sketche und
Outlines und Pseudocode und generelle Designs kennen und schätzen. Und sie haben
ihr eigenes System entwickelt über viel Jahre hinweg, um auf allen Plattformen
gleichzeitig zu portieren, XP, OSX, Linux...
Dabei sind damals dann 7 Leute in Neuseeland in der Nähe von Auckland ansässig
geworden. Ambient Design heißen sie da. Ziemlich genau an der Antipode von
Deutschland sitze ich nun, genau "12h am nächsten Tag schon" verschoben mit denen
in live chats und arbeite seit über 2 Jahren an den ganzen Variationen um das Thema
in TD.
Mehr dazu sprengt den Rahmen hier sowieso, und ich bin wohl auch gezwungen bald
eine ganz neue Seite um TD herum zu basteln...ihr werdet schon sehen wenn es dann
neu rauskommt mal.
Eigentlich bin ich da auch wieder reif: ich habe bei der größten Publikation im IT
Bereich in den USA, PC Magazine, den großen Preis für beste Grafik Software
lustigerweise zweimal bisher bekommen: einmal 1985 und dann wieder 1995.
Da wär doch rein mathematisch gesehen ein Versuch das für 2005 nochmal zu machen
gar nicht so schlecht ; ) Würde mir persönlich viel Spaß machen da wieder auf der
Bühne zu stehen. ha!
Bevor das aber mit TD geschehen könnte, hatten wir Anlass auch jetzt schon zu
toasten, denn unser Neuseeland Team hat gerade den Ersten Preis der Microsoft Tablet
PC Innovationen gewonnen. Und zwar nicht gerade schäbig, bei über 200 Bewerbungen,
über 70 Endkandidaten, haben sie den ersten Platz am Ende belegt, und zwar mit
einem natürlichen Paint Programm, das Öl, Kreide und Wasserfarbe ganz intuitiv und
einfach erlaubt. ArtRage heißt das Ding, (wie Outrageous ) und es ist ganz umsonst im
Augenblick. ( Es war zB auf der letzten c't cover CD mit drauf... )
Dieser erste Preis ist nicht nur eine psychologische Hilfe, er ist auch mit $100.000
dotiert... Das machts natürlich noch etwas extra nett dann ; )
Mein Top Innovator Award steht da wohl eher in nem Schränkchen rum später, aber
immerhin machts doch Freude weiter voll mitzumischen da draußen. Leider bin ich als
einziger Deutscher in der Riege da, falls noch jemand im Februar in Arizona sein mag:
Die Konferenz in der die Gala auch sein wird, heißt DEMO@15 und ist immer extrem
interessant. Sowas gibts hier in Europa überhaupt gar nicht. Es werden hauptsächlich
nur vollkommen neue und oft noch gar nicht existente Produkte zum allerersten Male
vorgeführt, live, vor einem Publikum aus Presse und Investoren. Eine lange Garde von
späteren Knallern wie Java, TiVo, PalmPilot, E*Trade hatten dort ihre Premiere, ich
selbst habe über mehrer Jahre immer wieder DEMO als launchpad genommen,
zusammen mit der TED Konferenz in Monterey. Sachen wie Bryce und KPT, LivePicture
und RayDream, InfiniD, Painter, Poser wurde alle immer wieder da uraufgeführt. Für
die Besucher ist es immer diesen sehr frühen Einblick wert, sowohl Presse als auch
Investoren.
Ich hätte da noch ein paar andere Nachrichten in dem Sinne, die nun aber leider doch
nicht alle ganz an die große Glocke gehängt werden dürfen.
Der einzige Nachteil bei diesen Sachen ist dass ich mich notgedrungen wieder
wochenlang auf große Fahrten begeben muss, aber ich hab Vau dabei, so wird es eine
Freude dann. Wir werden auch DAZ besuchen, die neuen Besitzer von Bryce und ein
wenig über die Möglichkeiten eines SuperBryce plauschen...
Vielleicht sollte man mal nen Photoblog aus den ganzen Eindrücken machen.
Hier ein paar der Links zu den Dingen:
Conference Honors Top Innovators of the last 15 Years
http://www.prnewswire.com/cgi-bin/stories.pl?ACCT=109&STORY=/www/story/12-15-2004/0002633770&EDATE
http://www.demo.com/demoletter/
Ambient gewinnt Microsoft Tablet
http://www.pcmag.com/article2/0,1759,1734139,00.asp
keyhole
google
picasa
daz
das ECHTE BRYCE
...archäologisch als Archiv: ...das war davor:
Guten Mutes, gutmütig, gut mutig
Schön wie so zwei kleine Pünktchen den Sinn ändern können... : )
Jedenfalls bin ich gerade wieder eingetrudelt aus California und sitze hier in meinen alten Mauern in
gutem Mute eben: der deutsche Herbst in allen Farben, die Luft mit der kommenden Kälte schon
spürbar, der Rhein weit unter uns hier in morgendlichem Nebel. Es ist schon wunderschön gerade nach
den braunen Hügeln der Wüste um L.A. wieder hier zu sein.
Die letzte Update war vor etwas über 3 Monaten und seitdem ist wie immer sehr viel passiert.
Und was es alles zu erzählen gibt! Ich lass mich hier einfach mal treiben, es scheinen doch eine ganze
Reihe Leute ab und zu ein Auge drauf zu werfen, die wirklich interessiert sind, was so alles geschieht.
Krieg auch immer wieder interessante Emails, die Themen hier aufgreifen...
Es ist 3h morgens, ich kann eh nicht schlafen mit jetlag, da kann ich einfach im Detail tippen.
Aber wem's zu lang ist brauch's auch nicht zu lesen, kein Problem.
Gleich vorweg noch: manch einer hat Mails geschrieben und ich bin noch viele Antworten schuldig, sitze
hier gerade vor einem dicken Schwall aufgestautem Backlog, Syndrom des frühen dritten Jahrtausends
wohl. Werde mich bald durchgebaggert haben !
Die meisten kriegen dann natürlich gar nicht mit, was alles hier so passiert und wenn nicht gerade was
akut in der Tagesschau kommt, denken sie gleich ich drehe nur Däumchen... Dabei war ich bei meinen
Kindern sogar zweimal schon wieder in California dazwischen, mit den Jungs nach Monterey ins Super
Aquarium und die Dünen von Pismo Beach, Big Sur und Madonna Inn, dann diesmal ein 13.
Kindergeburtstag, hatte mit VauVau unseren "1000 Tage Anniversary" mit mexikanischen Festessen
bei Cava, und hier haben wir davor schon den Sweet Sixteen Geburtstag meiner Tochter Isis in Paris
gefeiert und wie schön doch: erster Freund, erster Urlaub allein, erstes Mal in Europa für ihn und wir
zu viert dann mittendrin: alles von Cafe Crème in der Sonne hinter Sacre Coeur in Montmartre, Mona
im Louvre, Dinner auf Isle St Louis hinter Notre Dame, Spazieren in den Tuilerien, Hotel mit Balkon zum
Eiffelturm, Shopping in St Germain, auf Sartres Platz im Cafe Deux Magots, Tee oben in Mariage Frère,
bis hin zum Birthday Dinner in der Buddha Bar unten ( wunderbar ). Es war einfach ein Traum. Von da
aus nach Aix les Baignes, wo Peter Gabriel seine Tour in einem kleinen Festival beendete, niedlich
backstage mit Tony Levin und Air und allen, in einem kleinen Chateau gemütliches Frühstück in den
Bergen mit Peter, Frau Meabh und dem Baby Isaac. Zurück dann via Gstaad durch die Schweizer
Postkarte von Fallerlandschaft, mit 2 iPods und DVD-Navigator, mit 230 am Schwarzwald
vorbei, Vau in einem Stück 12h nach Hause gefahren. Toll... : )
Und ein wenig schmunzeln musste ich da doch : seit Jahren nun werde ich hier zugeschüttet mit
Interessierten und Interessantem ( nicht immer identisch ; ), zehntausende Mails haben sich summiert,
über 1000 Besucher waren hier auf der Byteburg Rheineck. ( Das ist nicht soooo viel, quasi einer pro
Tag, in kleinen Schüben quantisiert, auch mal dann 40 auf einen Schlag eben ).
Der Schmunzler kommt dann, wenn ich quasi als erstes in der lokalen Presse in Kerpen lese, ich sei
wohl plötzlich in Hemmersbach "ausgestiegen" und als Erklärung dazu noch, als Zitat der Sparkassen
Leute: "Kais Magnet Effekt hat wohl nicht ausgereicht". Der Artikel war sogar so schön betitelt mit
"Ohne Kai geht's besser in der Byteburg", dass ich mir dann doch nicht helfen konnte DA mal
nachzuhaken. Ha!
Eigentlich nah dran "dem Fass den Boden auszuschlagen" ( wo das wohl herkommt ; )
Aber ich nehm's eher mit etwas Humor.
Statt plump ("heavy-handed" würde man auf Englisch sagen) mit Rechtsanwälten und solch dollen
deutschen Vokabeln wie "Rufmord", "Leumund" und sonstwas zu drohen, "einstweilige Verfügungen"
oder gerichtlich Gegendarstellungen zu verlangen, habe ich einfach den Mann mal angerufen und siehe
da, der Journalist sah sehr schnell ein, dass sich das Gesamtbild doch ganz schön anders darstellt,
milde ausgedrückt. (Wie man hier auf den Seiten übrigens sehr schön nachverfolgen kann. Ich habe
immer alle alten Sachen bewusst liegen lassen, auch auf die Gefahr hin, dass manch einer denkt es sei
wohl nicht akut und neu. Stimmt, aber ich finde es immer etwas fraglich, wenn Aussagen verschwinden
und es "allzusauber" wird. Zuviele Seiten sind sehr sehr "zusauber" in dem Sinne... )
Jedenfalls kam dann einen Tag später die neue schöne Headline "Kai geht's ohne Byteburg2 besser",
was das eben auch etwas humorvoll aufgreift. Schön gewagt und gut mutig ; )
Hab mich aber auch ganz schön noch zurückgehalten mit allen Fakten und Aussagen...
Eigentlich wollte ich mich hier gleich ins Erzählen von vielen neuen Sachen stürzen, Updates ohne Ende,
ich hab so viele positive Dinge, die um mich herum passieren, dass ich allein schon "karma-technisch"
mich um so etwas nicht weiter scheren würde. Aber es scheint ein guter Anlass zu sein, ein paar
saubere Striche zu ziehen, und da auch manch einer hier vielleicht nach weiteren Antworten sucht,
stelle ich mich dem sehr gerne und möchte dazu etwas mehr Detail hier weitergeben, als es in der
Presse sinnvoll oder überhaupt, allein platztmäßig, machbar wäre.
Wer nah genug dran ist bei uns, dass das alles sonnenklare alte Kamellen sind (das Thema
Hemmersbach ist viele Monate nicht mehr akut) kann weiter unten gleich in die neuen Sachen
einsteigen. Da sind auch konkrete Dinge mit dabei für die vielen stillen MitmachWollenden !
Scroll runter bis " Guten Mutes Teil 2"
Also hier ein paar detaillierte Absätze zum Thema Hemmersbach:
Vor fast einem Jahr war ich für meinen Teil mit allen Aspekten unserer ursprünglichen Idee, (wie sie
auch hier noch zu lesen ist wortwörtlich, Ende 2000! ) vollkommen zufrieden.
Es hat eigentlich alles daran gestimmt:
Es gibt auch hier in Deutschland viele, viele schlaue Köpfchen mit guten Ideen, und zwar keinesfalls
weniger als in Japan oder USA! Ich stehe dazu, ich hab das Material hier meterweise gestapelt liegen,
Ihr wisst wer Ihr seid da draußen, manch einer von Euch war sogar hier.
Ich schlug damals dem Ministerpräsidenten vor, einen regionalen Magnet zu schaffen.
Ein besonderes Gebäude um kleine StartUps zu gründen, und diejenigen zu fördern, die "durchs Raster
fallen" : die eben nicht in den Universitäten auf akademischem Wege ihre Ideen umsetzen können, und
die aber auch vielleicht nicht in der Lage sind, sich von Oma 100.000 € zu leihen und gleich eine Firma
zu gründen. Manche Gruppen von Studenten mit 'nem Prof dabei, oder auch Teams innerhalb großer
Corporations, haben auch versucht bei den Banken Startkapital zu bekommen, sehr oft mit der Haltung
"wenn sie 100.000 haben leihen wir ihnen auch 100.000".
Der Gedanke, dass sich alles, aber auch alles, in diesen Jahren im Umbruch befindet, dass die nächste
Generation nicht mehr Bäcker und Metzger werden, sondern Webqueens und Flashheads und sonstwas,
und nicht mehr unbedingt ihre Moleküle von 9h bis 17h irgendwo in einem Büro parken, sondern
vielleicht sogar zu Hause vor ihrem "Fenster in die Welt" aus ein paar Millionen glühenden Pixeln sitzen.
Es war auch ein wunderbarer Gedanke, eines der vielen besonderen Gebäude dafür zu suchen: und wir
haben es auch gefunden, und einen privaten Investor, der es teuer gekauft und umgebaut hat, dazu!
Alle haben gespürt, dass da viel Wahres dran ist, dass sich manches einfach nicht mehr rechnen wird
wie in den 80ern und 90ern, dass etwas passieren muss. Es waren Versprechungen in der Luft mit
zweistelligen Millionensummen, man munkelte von alternativen Universitäten, dem MIT MediaLab und
Negroponte als Beispiel und bat mich, dabei eine zentrale Rolle als "Kristallisationspunkt" zu nehmen.
Es war Interesse auf höchster Ebene der Landesregierung vorhanden, Sparkasse, Bank, lokale
Politiker, alle gaben sich die Klinke in die Hand, lächelten mich quasi zu Tode, überall nur grüne Lichter
und alles in trockenen Tüchern, Herr Krause.
Ich bin parteipolitisch nach 25 Jahren in California wirklich nicht bewandt, ich weiß eben nur, dass ich mit
einigen Personen persönlich sehr gut klar kam. Der Ministerpräsident aus der gleichen Ecke im
Ruhrpott wie ich, mit dem konnte ich spät noch einen Grappa trinken und auf den Tisch hauen, dass es
doch schade ist, wieviele Aspekte hier in Deutschland einfach fehlen... und erzählte viel aus dem
Werdegang meiner Firmen, meiner Wege. Dass es Angel Investoren gibt, wie bei mir es Paul Allen
war, Mitbegründer von Microsoft. Dass mit Optionen gearbeitet wird und alle, aber auch alle, an einem
StartUp mit ganzer Seele dabei sind. (Man sehe sich z.B. Google an.) Ich habe auch andere Personen
wie Helmut Thoma in California zu Besuch gehabt, hier war es Lunch mit dem Kanzler und Dinner mit
Gorbatchev, überall eigentlich erstaunliches Interesse und gutes Verständnis der Grundidee :
Man nehme kleine Ableger, gießt sie mit Wasser bis kleine Wurzeln kommen, die besten davon werden
eingepflanzt und wenn es ihnen richtig gut geht, topft man sie um. Punkt.
Es war der schwer gebeutelte Begriff "Incubator", der Brutkasten, in dem man etwas, großziehen kann.
Natürlich hatte inzwischen jede Bank irgendwo ein Gebäude in dem sich ein paar Leute ne
Kopiermaschine teilen, gleich zu Technologie-Zentren und Inkubatoren umbenannt, aber ich meinte den
klassischen Begriff, wie sie in Silicon Valley kleine Garagenfirmen zu Tausenden entstehen ließen.
Andere Analogie, die bei vielen den Groschen fallen ließ:
Es ist wie beim Pferderennen : es laufen 30 Pferde los.
Bloß muss man da VORHER wetten. Hier kann man stattdessen erst zusehen und dann gezielt die
letzten 10, naja um es mal makaber zu sagen "zu Uhu machen"...lol ; ) und das Geld auf die besten
5 neu setzen, während sie noch laufen !
Ich ging auch immer davon aus, dass vieles eben nur ein Test und Versuch sein wird, von 30 Starts
würden immer ein Drittel wieder neu ausgetauscht werden, nach 3 oder 6 oder 9 Monaten.
Aber auch wenn die Hälfte wieder zuklappt, die Hälfte des Rests sich "gerade mal so trägt", und von
der Hälfte des Restes danach einige ganz ok sind, irgendwo sind es immer dann die top 3%, die es alles
wettmachen können.
Und um das noch einmal klar zumachen: ich habe nie davon geredet, dass es alles "Genies" sein
müssen. Die Presse kokettiert immer sehr schnell damit, jedweden Nebensatz auf kleine Soundbytes
und Headlines zu reduzieren.
Sicher habe ich im betaBook davon gesprochen, dass es solche Ausnahmefälle gibt, wie es sie immer
über die Jahrhunderte gegeben hat, und dass ich auch sehr gerne da helfen wollte, aber was die
StartUps angeht habe ich immer einfach nur nach Innovation gesucht, etwas Neues und Interessantes
in alles Sparten, Hardware, Software, Web, TV, Kunst, Medien, werweiß ...und was habt Ihr mir da
draußen alles geschickt und vorgetragen. Wie gesagt, Ihr wisst wer Ihr seid...
Viele dieser Urgedanken lassen sich im Archiv der Byteburg Seiten und im betaBook sehr schön
nachlesen.
Wie aber ging's dann weiter ?
Chronologisch etwas weiter unten hier, aber vorweggreifend kann man es schon mal auf einen ganz
simplen Punkt bringen: die Gießkanne für die Pflänzchen blieb einfach.... komplett leer!
Versprechungen hin und her, Verzögerungen rauf und runter...
Man lese hier weiter unten noch einmal mein Update ganz am Anfang "Zweitausendvier", da steht es
noch ganz akut: unser Team war voll im Gange. Es sollte einen Fond geben mit € 3 Mio, verdoppelt mit
einer anderen Bank auf € 6. Man bat mich, in diesen Fond mit einzusteigen, ohne Geld nur mit dem
Namen eben... was ich gerne als eine weitere Variante dessen ansah, dass ich als diese
"Kristallisationsfigur" dabei dienen sollte. Gut, schön.
Was das heißt ist: man hätte 20, 30 , 40 Mal mit kleinen Schüben von 100-200k € arbeiten können,
jedesmal Teams von 2 oder 3 bis hin zu 8 oder 10 Leuten, Räumlichkeiten waren vorhanden, frisch
umgebaut für 160 oder mehr Leute.
Wir legten also das erste halbe Dutzend vor, ausgesucht nach vielen Aspekten und gerade als der
Leiter des Teams die ersten 5% der Mittel abheben will, da kommt es dann zum allerersten Male zum
Klartext: es ist gar kein Fond vorhanden! Nichts. Kein Pfennig.
Die Sparkasse "hat 2002 und 2003 solche schweren Verluste insgesamt weltweit hinnehmen müssen,
dass sie sich nicht in der Lage sehen irgendwelche Investitionen, egal welcher Art, für 2004
durchzuführen". Tut uns leid Herr Krause, hat mit Ihnen gar nichts zu tun... ; )
Ich habe mich zu dem Zeitpunkt dann auch noch in einem "Gentleman Agreement" dazu bereit erklärt
einfach abzuwarten, ob es vielleicht "irgendwann" besser würde bei ihnen.
Auch das kann man schön hier lesen, etwas weiter unten in " Dilemminge",
dort schrieb ich kurz danach:
"Die Ausfüllerei, die Meetings, die eiskalten Füße und die heiße Luft.
Erst konnt ich einiges kaum glauben, hörte es sich doch an wie ein Märchen aus Schildbürgerland.
Aber ich hab's schnell begriffen,
wie der Hase hier läuft.
Tut er eben nicht.
Die Nase läuft
vielleicht..
Die haben wohl doch gespart mit den Assen bei der Sparkasse.."
Aber man führe sich einmal vor Augen, wie sinnlos das Konzept ist, solche StartUps als Inkubator ohne
irgendwelches Kapital hochziehen zu wollen. Wie stellten sie sich das vor ? Und schlimmer noch: wieviel
Geld in alles ANDERE geflossen war, wieviel Zeit und Energie... Die Burg als solche gehörte 100%
dem privaten Investor, eine gute rheinische Seele eigentlich. Das man so viel investiert und die
Sparkasse mit Mietgarantie noch die leere Burg vor sich stehen hatte und statt dann wenigstens auch
nur 10% der Mittel für die Gießkanne und den Fond zu reservieren.....
Es ist GENAU so wie ich es auch dem Journalisten sagte:
Man kann doch nicht an einem Auto alles bauen, Motor, Getriebe, Chassis, gut und teuer, und dann,
ganz am Ende, meinen: "Wir lassen mal das Lenkrad weg, das sind immerhin schon 3% eingespart!"
Es ist einfach SCHILDBÜRGEREI.
Sich komplett "selbst in den Fuß schießen".
Es ist wie ein wandernder Musiker, der seine Gitarre als Feuerchen verbrennt, um eine halbe Stunde
warm zu sein, und damit aber seine ganze Erwerbsquelle verfackelt.
Mit etwas weniger Aufwand, nur ein paar Zimmer oder einen Trakt weniger, oder 10% weniger teurem
Umbau, oder auch nur die 10 Jahre Mietgarantie als Risiko etwas zu balancieren, es wäre immer noch
genug im Fond geblieben um anzufangen. Auch nur 500.000 hätten gereicht um eine handvoll
vielversprechender Vorschläge umzusetzen und Leben in die Bude zu bringen und auch Miete : ) Mit 3
Mio hätten wir die halbe Burg voller Leben gehabt und dann finge ja alles erst eigentlich an...
Die kleinen Firmen sollten nichts einfach nur auf dem silbernen Tablett kriegen, es wurde klar erklärt ,
dass während der Anfangsphase keiner reich werden soll. Alle bekommen ausreichendes Gehalt, es
werden Maschinen und Tools gestellt und es wird davon sauber die normale Miete bezahlt eben.
In dem Sinne wäre ein guter Teil der Fond Ausgaben sogar direkt wieder zurück an die Sparkasse
geflossen!!
Wieviele von diesen Projekten sich bei uns stapelten, wieviele Mails auch noch von uns in
Warteschleifen belassen wurden, wieviel Hunderte sich sogar in Person in Salons vorstellten... man
muss sich das mal vor Augen führen wie absurd es dann ist, wenn ein Herr der Sparkasse ernsthaft
noch wörtlich zitiert wird, das Ganze sei daran gescheitert, dass "die Firmengründungen, von Herrn
Krause versprochen, sich nicht materialisiert haben" und eben das wohl "der Herr Krause nicht genug
Magnet Effekt mitgebracht habe"... Und dann wird es noch so stehen gelassen als ob ICH "kein Geld
ausgeschüttet" hätte...
Eigentlich ist es alles so eine Frechheit, dass ich vielleicht doch Karma gegen 'ne saftige Klage tauschen
sollte... ! ? ! ? !
Wie ging's dann weiter habe ich etwas vorweggreifend gerade beantwortet, aber es liegt mir auch
daran, chronologisch etwas mehr ins Detail zu gehen:
Nun, ich habe Ende 2000 drei Artikel gemacht, repräsentativ in verschiedenen Ecken: der Spiegel
allgemein, Tomorrow für die etwas mehr technisch orientierten und 'ct für die Digerati und coolen kids
da draußen. Die Artikel waren sehr positiv insgesamt. Und die Response war überwältigend, Tausende
von emails, mails, faxen, Pakete aus allen Ecken... Es war alles viel zu viel und viel zu früh... und ich
hatte immer gebeten :
So etwas braucht Zeit
Ich will keine Vorschusslorbeeren
Ich habe nichts, aber auch gar nichts "zu beweisen"
Der zentrale Satz für mich immer wieder war : ich möchte mir den Respekt erst ganz neu erarbeiten.
Man klicke da mal auf die ENGLISCHE Tür und lese was ich allen außerhalb Deutschlands bisher gesagt
habe, nämlich eine simple Blockade und lediglich erbetene Stille.
So habe ich dann danach ein komplettes Presse-Embargo aufrechterhalten und ziemlich konsequent
durchgeführt. Mal ein paar Gefallen wie EinsLive Radio oder der literarische Salon, aber wir haben
einige Dutzend leads einfach blockieren und verschieben müssen. Der gute Uwe hier ( unser Unikum...
ich kenn ihn seit wir 10 sind in der Sexta... ; ) war elendiglich am Telefon und ist's immer noch, im
Moment aus San Francisco...
Aus allen Ecken kamen sie, Arte, Metropolis, Nano, Galileo, Neues.., 3Sat, WDR NDR SWR Berlin, die
Computer und Science Shows eh schon, aber auch Leute Heute und Regionales und TalkShows von
Maischberger bis nTV, viele nette Leute auch, manche kamen auch ohne Kamera schon mal vorbei und
ich versuchte immer wieder zu erklären was mein Dilemma ist:
Klar, die Geschichte hier in der Byteburg Rheineck, ist sicherlich mehr als fertig genug um etwas sehr
schönes zu drehen. Das ists nicht..... es ist das Gegenteil, das was DANACH passiert: ich bin einfach
nicht wirklich dem Anschwall von NOCH viel mehr Interesse gewappnet. Ich möchte nicht NOCH mehr
Andreas und Uwes an den Telefonen haben, und noch größere Teile meines free brains diesen Dingen
widmen müssen.
Ganz wichtig dabei : ich bin nicht hier, um krampfhaft irgendwelche "Imperien" hochzuziehen. Für mich
besteht der "Erfolg" in keiner Weise darin, dass ich "klasse Profite" vorzeigen kann. Ganz im Gegenteil:
ich habe es mir gottseidank leisten können, mich seit fast 10 Jahren eben NICHT nur um die
"Rentabilität" kümmern zu müssen. Ich brauche NICHT meine Ideen immer daraufhin zu sortieren, ob ich
schnell was "an den Start kriege", brauche NICHT immer wieder "gewinnbringende Produkte" zu basteln...
Ich hätte mich auch bis zum Ende meiner Tage in Kauai an den Strand legen können, Drinks mit
kleinen Schirmchen drin, wohl ?
Aber ich bin nicht retired, auch nicht re-tired, ich bin überhaupt nicht tired. Im Gegenteil !
Ich könnte auch einfach nur vor mich hinmalen und mir'n Ohr abschneiden und 100 Jahre warten bis
man posthum dann zum Genie verkannt wird. Um die Schönheit der Sache geht's, und ganz entgegen
der en vogue Ansichten der Tanga String Physiker: ganz egal ob es Betrachter gibt oder nicht !
Lange Jahre war ich in dieser Mühle, seit 1982 in der Software Branche... und vielleicht ist es auch eine
Kompensation dagegen, dass ich immer gesagt habe : bitte lasst mich einfach in Frieden für eine Weile.
Ich möchte die Dinge langsam brüten wie sie kommen, wie sie mich interessieren und wenn ich sie
hinausschubse werde ich es schon sagen, man wird's schon recht schnell merken ; )
Aber: Ich muss auch meine Strategie und Richtung ändern können, Dinge fallen lassen, wenn sie sich
nicht entpuppen, oder wenn die Personen, die damit zu tun haben, sich eben gerade!, entpuppen...!
Es macht eben auch keinen Spaß selbst für Rembrandt, wenn alle paar Minuten einer über die Schulter
guckt und fragt welcher Pinsel jetzt dran ist, welche Farbe nehmen sie denn jetzt, darf ich mal'n Foto
machen, ist das Bild schon fertig, Herr Rembrandt ? Früher war da aber mehr Licht drin, Herr
Rembrandt. Geschweige denn "Und, wieviel kriegen sie denn nun für das Ding, spielt es mehr ein als
das letzte Bild ? Wie teuer sind eigentlich ihre Leinwände und wie bezahlen sie das denn, Herr
Rembrandt ???"
Dazu ganz kurz auch noch einmal zur Presse: eines der Details, das mir wirklich weh getan hat, schon
damals im ersten Spiegel-Bericht. Gut, Kleinigkeiten wie das ewige "wilde Mähne, Riesenschnäuzer und
Cowboystiefel" kann ich übersehen. Ist doch alles Quatsch: Die Haare verdünnisieren sich eh seit
Jahren schon ; ) Der Schnäuzer ist neben Albert oder Nietzsche oder Schweitzer höchstens nur mal
reines Amateurformat und mit Cowboys hab ich aber auch SO wenig zu tun... bloß weil man mal 'nen
scharfen italienischen Schuh anhat, der über die Knöchel geht ??
Auch sowas wie "Althippie" höre ich mir seit Jahren an, die schreiben's sich untereinander einfach quer
ab die Leute... Ich hab mit "Hippies" mich nie auch nur das kleinste bisschen identifizieren können,
auch wenn die Haare länger waren, fand ich das alles immer total labbrig.
Dass ich also in all solchen ganzen Details von Leuten verkannt werde, dass mich die Verfasser oft gar
nicht oder nur für Minuten je kennengelernt haben, das ist alles nichts Neues, damit lebt man wenn
man mit einem Bein im öffentlichen Leben steht.
Jeder der mich aber ein wenig näher dann im Gespräch erlebt, merkt, dass viele der Zitate einfach
nicht passen, oder auch oft ein Augenzwinkern mit dabei ist, das sich geschrieben im Druck in Ascii
nicht wiederfindet...
Nein, was mir wehtat war damals vielmehr, dass, trotz Versprechung, ich keine Chance hatte den
Artikel zu fact-checken und so wurde, wohl aus dem Kopfe zitiert, plötzlich aus meinem Teil nach dem
Börsengang 1995 statt 10 Millionen Dollar ganz plötzlich 10 Millionen STÜCK Aktien!
Der Unterschied ? Der Aktienkurs bei Meta begann bei 18, war lange zwischen 20 und 30, peak bei 41,
dann lange einstellig, hatte sich aber dann auch wieder auf über $20 erholt... : Das wären dann also
20 x 10 Mio Stück = 400 Millionen DM damals, die mir da plötzlich in einer Sekunde "angedichtet"
wurden !
Sicher, da kann manch einer lächeln und sagen, naja, "haben die sich eben in die richtige Richtung
geirrt, sei doch froh ; ) " Es war auch klar, dass man schlecht für so etwas dann eine Berichtigung im
nächsten Heft einfordern will, à la "Sorry, Herr Krause hat doch NICHT xyz an Geld"
Kommt einem auch komisch vor dann....
Aber es führte schon immer wieder zu relativ traurigen Resultaten: manche sich vorstellende Leute
hatten ganz klar ein riesiges Poster von mir als Onkel Dagobert zuhause hängen. Einige kamen ganz
unverblümt mit Erwartungen, gleich einen Scheck mit nachhause zu nehmen. Dieses Gefühl des "der
kann sich's ja leisten, was soll's..." hat sich sehr unlieb eingeschlichen. Selbst Freunde leihen sich Geld
und bekommen dann aus dem blauen Himmel heraus Anfälle " der brauch's ja nicht zurück, ich hab ja
auch alles mögliche für den getan, seh ich gar nicht ein, dass der das wiederkriegt"...
Naja, lassen wir das mal so stehen. Ich brauch' hier nicht große Traktate über die menschliche Natur zu
verfassen... aber ich hab es oft bereits erwähnt und finde es auch wichtig: nach Steuern, Trennung,
Kindern, Häusern und 10 Jahre später ist es schon überschaubar... aber mir geht es gut, danke, es
brauch sich keiner Sorgen zu machen. Aber Onkel Dagobert bin ich nicht, war ich nie, will ich auch nie
sein.
Ich bin vollkommen zufrieden mit meinen Mitteln und habe mir hauptsächlich damit eben genau das
leisten können: mir Zeit zu kaufen. Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden. Gute Werkzeuge, Maschinen,
Software und auch Rheineck konnte ich gut ganz alleine durchziehen. Aber ich bin eben nicht Dagobert,
und will es auch überhaupt nicht sein.
Natürlich liegt es in der menschlichen Natur und der deutschen Gesinnung irgendwie nochmal doppelt
extra, dass es viele gibt, die blitzschnell dann in die Bresche springen und rumtuscheln "der ist
bestimmt pleite jetzt" "ja ich glaub der ist nach Tahiti abgehauen, hab ich gehört" "Ja genau, auf dem
Web steht irgendwas, dass er 'ne Fabrik für Schirmchendrinks da macht? "
Naklar.
Hat wohl sowas wie die ganzen ultradämlichen Talkshows tagsüber, in denen die genetisch
angeschlagenen Kleingeister sich gegenseitig Fäkaliensprache aus den Zahnlücken zuschleudern und
das Publikum zuhause sich einfach besser fühlt, ob der offensichtlichen Statistik, dass es immer noch
alles viel schlimmer sein könnte und es anderen noch viel schlechter geht. Da ist's dann wohl
beruhigend zu denken "siehste, Geld macht nicht glücklich, sag ich doch, der kriegt das auch nicht
gebacken, hab ich ja gleich gesagt".
Nungut... ich lass das mal so stehen. Wie gesagt, mir geht's gut, ich mach' hier einfach weiter.
Für den weiteren Gedanken, außerhalb meiner eigenen Arbeiten und Projekte, bei einem Inkubator
mitzumachen, da brauchte man sicherlich andere Partner und andere Mittel.
Meint jemand im Ernst, wenn ich noch 400 Millionen Mark EXTRA gehabt hätte oder auch nur einen
Bruchteil davon, dass ich mich noch in Meetings mit der Sparkasse rumschlage ?? Ha !
Der ganze SINN der Sache Hemmersbach war, symbolisch zu zeigen, dass es ohne mein Geld ging,
lokale Angel Investoren zu finden, lokale Banken und damit lokal den Magneten auf die Beine zu stellen.
Meine Hoffnung war, das dann nicht nur ganz allein für mich selbst möglich zu machen, sondern statt
dessen auch für andere ein Beispiel zu geben, es lokal bei sich zu versuchen.
Niemals ging es dabei darum, irgendwelche megalomanischen Imperien zu gründen, mit "Ketten von
Byteburgen"... dagegen habe ich mich vom ersten Tage an wehren müssen. Die Presse hat das wie
immer schnell auf kleine Buchstabenpupse zusammengeschrumpft und in Headlines, Bylines,
Subheaders und Callouts hochstilisiert: "Es soll noch viele Byteburgen geben, sagte Krause", steht
dann da, wenn Krause doch eigentlich lediglich gesagt hatte:
Es gibt solche besonderen Gebäude in vielen Formen überall... und es ist schade!
Da liegen alte Mühlen brach, Kirchen, Bahnhöfe, Leuchttürme, Fernsehtürme und eben besonders viele
Ruinen, Wasserschlösser und Burgen im ganzen Land!
Welch eine Schande, dass damit nicht etwas Positives passiert...! Es gäbe soviele Leute, die daraus
auch gerne freiwillig mit Ihrer Hände Arbeit etwas MACHEN wollen würden, wenn man sie nur ließe !
Wir haben auch die Interessenten aus allen ANDEREN Ländern schnell bekommen, Gesandschaften aus
Kärnten, Pakete aus Schweden und der Provence, Nonnenkloster und sonstwas alles.
Scheint wohl immer der Prophet im eigenen Lande zu sein, und der Profit....
Ich hätte inzwischen bereits bei Byteburg IX sein können, wenn es darum gegangen wäre nur
irgendwie Franchises von McBurg zu basteln.
Aber es tut mir leid, ich bin nicht Richard Branson und verstehe noch nicht mal, wo da der Spaß dran
sein soll, sich in Dutzenden ( oder in seinem Fall HUNDERTEN ) von Businesses zu tummeln. Die
unweigerlichen wirklichen Kosten sind nämlich der Verlust jeglicher Freiheit und Zeit. Ich würde auch
nicht für ne Milliarde tauschen. Für mich ist der teuerste Besitz die volle Kontrolle meiner Zeit, die
höchste Freude darin um 10 morgens ins Bett gehen zu können oder auch nicht. Mich einfach tagelang
treiben lassen zu können in all meinen Dingen.
Ich möchte auch einmal konsequent etwas trennen hier: meine eigene Arbeit, mein Leben hier in der
kleinen Rheinburg auf der einen Seite. Rheineck ist die Byteburg wie ich sie ursprünglich im Sinn hatte.
Dann kam der Gedanke einer größeren zweiten Burg als wirklicher Inkubator auf der anderen, aber
Hemmersbach hat niemals den Namen Byteburg verdient, es hat einfach nie angefangen dort.
Sie ist nahtlos von einer 7 Jahre leerstehenden Halbruine zu einer anderthalbjährigen Baustelle zu
einem halsbleeren Mietobjekt der Sparkasse mutiert.
Hemmersbach ist und bleibt ein wunderbarer Ort.
Es wird nicht sonderlich schwer sein, sie an Werbe-Agenturen, "IT-Firmen" oder Rechtsanwälte zu
vermieten.
Aber ich bin kein Immobilien-Makler.
Und das was dort die Sparkasse nun betreibt, hat mit der ursprünglichen Idee nichts, aber auch
garnichts mehr zu tun: Es mag einige Mieter geben, aber keine einzige Beteiligung an irgendetwas,
nichts das man StartUp nennen könnte, keine Ableger, Pflänzchen oder Rennpferde sondern ganz
simpel und einfach Nobeladdressenquadratmeterabnehmer.
Ich wollte regionale Zentren sehen, der besondere Ort als Magnet für besondere Projekte.
Es ist hier mannigfaltig beschrieben was das alles sein kann.
Dafür habe ich mich einsetzen wollen und auch viel Zeit und Energie und auch Geld dafür ausgegeben.
Dass so etwas durchaus klappen kann, ist für mich außer Frage.
Man muss sich noch einmal vor Augen halten, dass es ja durchaus 10 15 20mal nur so lala oder gar
nicht zu besonderem Erfolg führen muss, aber dann der 21. einen Volltreffer erzielen mag. Im Übrigen
wäre mir auch nur schon der Gedanke, dass 20 Gruppen einen Versuch starten konnten in sich selbst
ein vollkommen wunderbarer Erfolg. Es MUSS eben nicht immer nur um den dämlichen Profit gehen
dabei... Man kann auch keinen Film drehen, um unbedingt den Oscar zu bekommen, sondern man
kann nur den besten Film drehen den man in sich hat, und dann hoffen, dass er den Erfolg, und den
glitzernden Briefbeschwerer, verdienen möge.
Wenn drei Jungs ein kleines Programm basteln, von dem drei Jungs leben können und weiter basteln
können, dann IST das bereits ein schöner Erfolg! Es muss nicht immer gleich alles in 7 stelligen
Zahlen enden. Es DARF gar nicht immer gleich nur um den schnöden Mammon gehen dabei.
Aber die drei Jungs ( und hoffentlich bald mehr Junginen auch ! ) haben keine gute Karten, sie laufen
auf, an den endlosen Anforderungen, den Wert ihrer Sache vorweg beweisen zu sollen.
Das Risikokapital heißt so, weil es nur dann fließen kann, wenn es kein Risiko mehr gibt.
All dieses Getue und Gehabe um Businesspläne ist vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Die
Leute basteln sich da Zahlenwerke in Excel mit stümperhaften Formeln, haaresträubenden
Bezugsfehlern, naiven Ausgangsannahmen, Hochrechnungen vermeintlicher Nettoeinnahmen, rigiden
Entwicklungsmodellen, Blinde Punkte von der Größe eines Walfisches reduzieren die Vision zu
Tunnelvision, alles im Namen der guten deutschen ordentlichen sauberen Formularwahndenke.
Es gibt KEINEN Businessplan der jemals sinnvoll in Jahr 3 auch nur eine EINZIGE ZAHL auch nur
annähernd korrekt geschätzt hätte!! Im Gegenteil: der Wert der Prognose liegt IMMER nur in seiner
manipulativen Bedeutung im JETZT, HIER und HEUTE.
Das Beste was man noch dazu sagen könnte ist, dass der Prozess der Erstellung eines Businessplans
die Gründer dazu zwingt, sich mit allen Aspekten zu befassen und zu kommunizieren. Das ist wichtig
und richtig.
Man sollte also immer einen guten 50-Seiten-Plan verlangen und ihn in der Sekunde der Übergabe
gleich einfach verbrennen. Die abgegebene Wärme ist schonmal gut.
Dass es in den USA ein ganz anderer Vorgang ist, weiß wirklich nur der, der vor Ort in den Prozess
hineingeworfen war. Aber es geht, es ging immer und ich sehe es einfach nicht ein, dass es hier NICHT
gehen soll.
Das eben sollte auch meine Rolle sein: aus dem Bauch heraus zu entscheiden, ist das was? Kann das
was ? Hat das was ? Wie stehen die Chancen, weltweit, daraus was zu machen ? Was sind die
technischen Hürden? Was die wirklichen Kosten noch ? Da sah ich meinen größten Wert, mit
jahrelanger Erfahrung in Software, 25 Jahre in California, 20 Mal in Tokyo, aber auch europäischem
Hintergrund die Gesamtlage einzuschätzen. So ein Bauchwissen lässt sich nicht nachrüsten, nicht an
der Uni lernen, und das gibt es einfach nicht bei den Banken.
Nur um zu illustrieren, dass es alles WIRKLICH klappen kann:
Meine letzte kleine StartUp Geschichte in California war am Ende der Meta-Zeit. Ein deutscher Professor
an der Uni Santa Barbara mit 2 Studenten aus Hamburg kam mit seinem Prototypen zu mir, Jedix
nannte sich das. Es ging darum, den Bildschirminhalt einer Maschine remote aus der Ferne per Web zu
sehen und zu kontrollieren, besonders schnell und sauber.
Der Sinn dahinter in diesem Beispiel: jemand ruft mit einem Problem bei einer großen Firma an, der
Operator sagt "darf ich das mal bei ihnen korrigieren?" und lädt ein klitzekleines Programm. Daraufhin
sieht er bei sich den Bildschirm des Anrufers und kann mit seiner Maus ferngesteuert dort arbeiten,
Dateien deleten, konfigurieren, etc. etc. Oder man hat eben im Hotelzimmer seine eigene Maschine
zuhause vor sich, und alle mails landen auf der eigenen Festplatte. Gab's schon einige in der Richtung,
dieses war schneller, neuer, besser..
Ich habe ganz am Anfang etwas helfen können, Vorschläge hier, Anrufe da, ein paar Verbindungen und
letztendlich war dann Bertelsmann bereit mit einem Inkubator-Fond einzuspringen. Ich selbst war
bereits mit einem Fuß auf meinem Wege hierher ca. 97/98.
Aber sie haben es richtig gemacht: haben durchgehalten, Stufe für Stufe, Runde für Runde... und dann,
ca. 7 Jahre später, wurden sie als "ExpertCity" doch von einer großen Firma Citrix akquiriert, für $225
Millionen. Soviel zum Thema "geht das?".
So ist der Weg, sie haben viel Hemdsärmel hochgezogen und Spucke gebraucht um das durchzuhalten.
Aber warum sollte DAS nicht hier geklappt haben ? Ist denn die Idee, selbst noch von drei Deutschen,
reserviert für amerikanisches Venture Capital ?
Nein, nicht SO.. aber ich kann mir GENAU vorstellen, wie die Drei hier einfach totgelabert und zugemüllt
worden wären. Und ihr da draußen könnt es Euch ganz genauso an 2 Fingern abzählen, wie ihre
Chance standen bei der Sparkasse ihr Demo vorzuführen...
Und ich kann Dreißig andere nennen, die hier voll in die Heugabeln reingerannt sind...
Ich will's nochmal kurz alles zu einem Abschluss und Fazit bringen :
Vor 4 Jahren gab es einen sehr vielversprechenden Start zweier Dinge: ich erwarb die kleine Rheinburg
Rheineck und nannte sie Byteburg. Da bin ich voll dabei und mit einen kleinen Team haben wir viel Freude
an vielen Fronten. Bald gibt's was zu sehen. Fertig.
Dazu gab es sehr viel Interesse auf allen Ebenen, viele Aspekte dieser Byteburg auch anderen zugänglich
zu machen und dabei einen Inkubator zu gründen. Da bin ich voll NICHT dabei, und es ist gelinde
gesagt, in der Konstellation um Hemmersbach "auf Eis".
Fazit?
Bereue ich es ?
Nein, absolut nicht. Ich glaube fest an die Prinzipien. Wenn morgen einer käme, der es frisch
woanders versuchen möchte, ich würde genauso wieder zusagen und helfen wollen.
Ich habe auch keinen Grund den ursprünglichen Aussagen des Ministerpräsidenten oder des Chefs der
Sparkasse nicht mehr zu glauben, ich denke sie waren aufrichtig und ernst gemeint.
Aber man muss dabei auch das Gesamtbild im Auge behalten:
Das alles war knapp vor der Implosion des Neuen Marktes,
vor dem Wechsel des Ministerpräsidenten nach Berlin,
vor den Riesenverlusten, die den Sparkassen bevorstand,
und auch vor WTC 9/11 in NYC....
einfach in einer etwas anderen Welt.
Ich würde keiner einzelnen Person bösen Willen unterstellen wollen, aber insgesamt sind letztlich doch
sehr, sehr schildbürgerliche Schritte passiert.
Was ich allerdings aufs Schärfste zurückweise, ist jeglicher Versuch, mir dabei den Schwarzen Peter
zuzuschieben. Das es nicht genug mögliche StartUps gegeben hätte ist absurd, dass sie vollkommen
ohne die versprochenen Startgelder auskommen könnten ebenso.
Genauso, dass ich das ganze Ding auf meine Visa-Karte hätte laden sollen, ist einfach nicht real und
stand nie zur Debatte.
Fazit 2
Der einzige Grund, dieses Thema hier bis in's Detail noch einmal hochzukochen, war die traurige
Tatsache, dass man mir mein Gentleman-Schweigen zum Nachteil gemacht hat und mit einseitiger
Stellungnahme auf die ärmlichste Art und Weise, nun 9 Monate nachdem alles längst vorbei war, sich vor
der lokalen Presse irgendwie rechtfertigen will.
Ich war längst woanders, habe es hier oft und deutlich geschrieben :
Als alter GO Spieler werde ich sicherlich nie lange an schwachen Fronten weilen, für mich sind so viele
andere gute Dinge im Gange, dass ich nicht weiter rückwärts blicken brauchte, nur um "möglichen
Möglichkeiten" nachzutrauern.
Nunja, man hat mich von Anfang an mannigfaltig davor gewarnt, "die werden dich hochjubeln und dann
niedermetzeln" ( danke allerseits ; ) und wie sehr so viele Stimmen quasi nur darauf WARTEN den
Satz loszuwerden: "ich hab's dir doch gleich gesagt, sooowas kann man in Deutschland nicht machen"
Aber ich bin letztendlich noch immer nicht gewillt, derart fatalistisch mich dem ergeben.
Es gibt da draußen zuviele gute Menschen, die wirklich was bewegen wollen.
Fazit 3
Ich bereue auch nicht den Versuch und die Richtungsänderung danach.
Dynamisch mit den neuen Gegebenheiten umzugehen ist Pflicht.
Auch gibt es dazu ganz simpel zu sagen:
Wenn ein Hochspringer immer wieder sauber jeden Sprung schafft,
dann ist er nicht wirklich gut,
sondern er hat sich die Latte nicht hoch genug gehängt.
An den Grenzen findet man sich.
Ich weiß welche Aspekte heute so wahr bleiben wie sie am ersten Tag waren, aber ich weiß auch, dass
ich es nicht mit öffentlichen Institutionen und Geldern machen möchte. Das ist dann meine Grenze wohl.
Es gibt nicht genug Zeit im Leben um schlechten Wein zu trinken.
Ich habe inzwischen wohl auch eine echte Allergie gegen "Meetings" entwickelt ; ).
In neonbeleuchteten Räumen mit 'n paar Chromsesseln, austauschbarer generic Ersatzkunst an den
Wänden und 'ner Alessi-Kanne als Stilbeweis, umzingelt von Lemmingen, Schlipsträgern, kleinen
Rädchen....
Fazit 4
Die Byteburg ist hier.
Hier kann ich zwar nicht wirklich "inkubieren" im Sinne von Firmchen vor Ort einziehen zu lassen, dass
soll aber keinen hindern, nicht trotzdem in Kontakt zu treten, wenn er möchte. Die Hilfe kann viele
Formen nehmen außer gleich Möbelwagen zu bestellen.
Kann immer noch gut sein, dass es mal eine zweite oder dritte gibt, aber sicher wohl woanders : )
Hemmersbach hat nie den Namen verdient ( und ich habe auch die Zusage seit damals, dass sie den
Namen in keiner Weise weiter benutzen. Ist bloß bei manchen intern wohl nicht angekommen, bisher ).
Fazit 5
Das Thema ist 9 Monate nicht mehr akut.
Get a life.
Weiter geht's!
Guten Mutes 2
So lasse ich es lieber in der überschaubaren Variante meiner kleinen "richtigen" Byteburg, die ich ganz
allein hochgezogen habe und alle Verantwortung und Kontrolle in der Hand halte. Ich wollte es einfach
auch friedlich und still sein lassen, wollte keine großen Vorschusslorbeeren.
Mir ist sicherlich vollkommen klar, dass man so nur rätseln kann "was macht der denn da nun
eigentlich?" und das ist ganz natürlich und ok so. Ich brauche zu diesem Zeitpunkt gar nicht weiter
"verstanden zu werden".
Es hat daher auch mit Absicht keinerlei Innenaufnahmen der Burg gegeben, auch wenn wir wunderbare
hochauflösende 360-Grad-Panorama-VR's haben, ein Dutzend per hotspots gelinkt in einer langen Tour
auch ( es meldeten sich interessanterweise über 20 verschiedene Leute und Firmen die VR machen...) .
Das hier, ist in keinster Weise "Protz und Prunk", wir spielen hier auch nicht Ritterburg. Es mag einem
auf den ersten Blick so riesig vorkommen, vielleicht wär' es auch für eine Privatperson recht viel, aber
eigentlich ist es eine vollkommen überschaubare, relativ kleine echte Rheinburg. Die konnte ich ganz
allein für mich machen, brauchte nichts und niemand um hier zu sitzen und zu arbeiten und zu leben.
Das war mir auch sehr wichtig, eine saubere Konstruktion zu haben, die ich 100% alleine besitze, und
niemandem Rechenschaft schuldig bin.
Die Grundidee der Byteburg war für mich recht einfach: es hat mich fasziniert, dass es überhaupt so
etwas geben kann, wie ein 1000 Jahre altes Gebäude. Die Geschichte, die in den alten Mauern quasi
eingekapselt ist, sie legt sich über einen, jeden Tag aufs Neue, mit einem sanften Druck, etwas
Richtiges, Tiefes, Sinnvolles zu machen. Genau das Gegenteil der schnelllebigen Quartalsdenke in der
Softwarebranche, wie ich sie langezeit dulden musste.
Lustigerweise war gerade diese Woche in der Presse, dass Thomas Gottschalk die nächste Burg nach
Norden in Remagen gekauft habe. Ich glaubs ja noch nicht so recht, aber dass er nach Malibu die Werte
einer alten Rheinburg entdecken könnte, nunja, wundern tät's mich wohl nicht ; )
Ich für mich "lebe" diese Kombination von fließender Freizeit, Arbeitszeit und Urlaubszeit, alles in
einem, wo die Grenzen verschwinden. Meine Art zu leben und zu arbeiten hat sich grundlegend
geändert und ich bin überaus glücklich darüber in diesen uralten Steinen zu sein, hoch über dem Rhein.
Meterdicke Mauern und darin neueste Technik, das allein schon ist eine wunderbare Spannung. Jeder
amerikanische und japanische Besucher ist unmittelbar tief berührt davon und weiß sofort zu würdigen,
was viele hier wohl, vielleicht "zu nahe dran", einfach übersehen und als alltäglich hinnehmen.
Es geht also zunächst erstmal einfach um mein Leben für mich, meine Projekte, meine Bilder, meine
Musik, Software Designs, mein Schreiben, meine Reisen, meine Besucher und Besuche, das tagtägliche
zu Lesen und zu Essen, meine Freunde und insbesondere meine Partnerin Vau.
Ich bin auf der allerbesten Bahn hier, mache genau das was ich immer wollte: ich lade ein zu Anlässen,
manchmal auch 30 oder 40 Leute auf einmal, und ich kapsel mich ab wenn ich intensiv arbeiten
möchte. Lasse mich treiben durch die Stunden und Tage, manchmal 15h oder 18h oder mehr in einem
Stück, oft tagelang kaum vor die Tür kommend...
Immer wieder meinen die einen, ich arbeite viiiiel zuviel und die anderen, dann ich halte nur
Winterschlaf... Es ist aber eben fließend verbunden, Besuche aus allen Ecken der Welt und
Gegenbesuche von uns dort wiederum. Ernster Spaß ergibt sich da... und es ist einfach IRRE viel los:
Ich weiß, dass das einerseits die Leute gar nicht interessiert irgendwie, aber andererseits möchte ich
auch wenigstens Verständnis dafür, warum ich dann nicht immer alle Besucher empfangen kann, alle
Einladungen annehme, alle Auftritte zusage oder auch alle mails gleich beantworte.
Nur diagonal mal :
( und man merkt wieviele Male ich mir in den letzten Jahren verkniffen habe meine persönlichen Dinge
zu erzählen ) 24 Mal bin ich seitdem in die Staaten geflogen, hab' aber auch in Europa und Asien mit Vau 14 Länder
besucht. Wir haben Bryce Canyon gesehen und Big Sur, Aucklands Highlands und Singapurs Shopping
Malls, wir haben zigzehntausende Kilometer hinter uns, Tahiti umfahren und in einem Tag von
Kopenhagen zurück, in Wien in den Museen oder in Venedig im Hintergässchen, auf Sardinien bei pg's
Hochzeit oder bei Edward deBono im Chateau an der Loire, Michelin Star-Dinner in Belgien oder Picknick
auf Decke im Kornfeld in der Hocheifel, holländische Antikläden und Türmchenzimmer über der Mosel,
endlose Stunden durch norwegische Fjords kurven, Schnee im Emmental, Cinzano-Schirme am Titisee,
Bellinis in Seattle, Daiquiris in Marina del Rey, bummeln in Saarbrücken oder Monschau,
Trödelbuchladen in Pirmasens oder Edelbibliothekar im Spessart, nackt auf der Decke am Wahnsee
oder kopfschüttelnder Wahn in Vegas, Dinner in Chinois in L.A. oder Post Ranch Inn..... endlose
Erinnerungen, tausende Eindrücke, Inspirationen für mehr Filme und Bilder, Bücher und Symphonien,
als ich jemals in meinem Leben noch kreieren kann.
Ich investiere in nichts außer mich selbst, habe keine Aktien, kaufe auch keine Yachten oder Inseln
oder Flugzeuge. Was mir stattdessen viel Spass macht ist plötzlich 100 Bücher zu bestellen, oder mit
einem alten Elektronenmikroskop zu liebäugeln.
Und ich investiere in meine Werkzeuge, sicher, wenn da ein 30" Schirm kommt mit 2560x1600, da
zöger' ich nicht. Man kann sich eh nicht nach vorne sparen.
Ich rendere beim Schlafen immer noch Bilder und Animationen. Nach der letzten Fahrt kam ich nach 2
Wochen wieder und fand sehr steinvomherzend den Rechner mit fertiger 1.4 Gigabyte file vor. Wie
wunderbar ist das nun, dass da einer in meinem Sinne, für mich, nach meinen Anweisungen, als stilles
Helferlein billardenfache Rechnungen anstellt, um Bilder zu malen, während ich in der Weltgeschichte
herumfahre... Ein Traum !
Aber ich tigere nicht nur einfach um den Globus als Trotter und bin kein Après Ski Trottel. Da gibt's
dann immer wieder Leute, die denken, so einer sitzt eben einfach nur rum...
Da gibt's nicht viele, die so nah dran sind alles gesehen zu haben, aber es ist eben noch früh aus
meiner Sicht... Ich bin ganz einfach VOLL DABEI und genau dadrin wie ich es immer schon wollte...
Ich bastel' an allen Ecken und Kanten, schraube und frickle an Programmen, an Designs, Sketche zu
Tausenden haben sich hier angehäuft. Aber bin ich nun Software-Designer, Coder oder Künstler,
tortured Artiste oder Elfenbeingetürmt... ? Das ist es eben, ich hab nicht wirklich Lust mir einen Hut
aufsetzen zu lassen...
Hier liegen gut über 300 "richtige Bilder", die wohl auf eine Ausstellung warten. 25 Gigabytes an
Animationen die wohl auf eine DVD wollen. Zig Stunden Musik, DAT Masters schon aus den Jahren um
1986 als ich mir das erste mal ein richtiges Studio bauen konnte. Wer da alles mitsingen und spielen
wollte. Wartet alles wohl auf seinen Tag. Auch liegen da Scripts rum, darf gar nicht erzählen, wer alles
drehen wollte. Und seit Jahren sammle ich für ein richtiges Buch, tausende von Schnipseln, eine
wunderbar dichte Zitat- und Aphorismenkollektion. Fast 300 Seiten sind geschrieben inzwischen und
warten auf ihre Geburt, der Druck, sie in Druck zu geben... ; )
Viele der Ideen und Projekte sind aber für mich einfach nur schon im Machen und in sich Selbst wert
geschaffen worden zu sein. Ich brauche nicht immer gleich für alles sofort ein Publikum das klatscht,
keine Rezensionen die jubeln oder Kritiker, die es besser wussten.
Wenn ich ein gutes Buch lese, muss ich nicht gleich jedem die Synopsis nacherzählen, wenn ich
wunderbar gegessen habe, drücke ich nicht jedem das Rezept in die Hand...
Die letzten Bilder hat bisher niemand außer Vau gesehen und das reichte schon irgendwie in sich.
Ich weißeiß was gut ist und was nicht. Ich bin mein eigener größter Kritiker.
Und ich brauch' zum Glück nicht diese Fragen der Ästhetik damit vermischen, ob ich mir damit die
nächste Miete bezahlen kann...
Das größte Dilemma für mich dabei ist dann, dass so vieles MÖGLICH und MACHBAR wäre, ich auch
gerne die ersten und die letzten 9% mitmache, aber nicht immer den Rest des Weges auf mich nehmen
mag. Nicht jetzt, nicht hier, nicht heute
So wie die Bilder... sie zu machen, zu rendern, zu modeln oder zu malen, das ist eine Sache. Danach
aber die Drucke, die Ausstellungen, Vernissage und Interviews, Verkaufsgerede und
Steuerabrechnungen, das ganze Drumherum und das Titam im Detail, das ist dann etwas ganz anderes
nochmal. Ebenso in der Musik... sicher KÖNNTE ich alle meine kleinen Audio-Sketche und
Kompositionen jetzt recht effektiv umsetzen, aber eben wann ?!
Denn Wenn, dann Richtig.
Und bisher habe ich ganz einfach ziemlich alle Hände vollgehabt, all das zu tun was hierher geführt hat.
Sicher kitzelt das manchmal "ich mach jetzt 'ne Webseite mit Hunderten von Sachen drauf!" aber
irgendwie hab ich dafür schon zuviel auch hinter mir, um lediglich wieder aufs Neue irgendwie Eyeballs
und clickthroughs sammeln zu müssen. Ist mir im Moment wirklich egal, ob die Seite 100 oder 100.000
clicks hat.
Sicher möchte ich schon einiges auch hinausschubsen in die Welt, aber alles zu seiner Zeit. Erstmal
hab ich anderes im Kopfe gehabt, spezifisch ist das größte der Software-Dinger "TD" mein wichtigstes
Thema der letzten zwei Jahre und nähert sich spannenden Phasen, gerade noch war ich in Seattle.
TD war sehr sehr sehr viel Arbeit und ist es immer noch für die nächsten Monate. Ich kann hier leider
nicht ganz so einfach das Ding umschreiben, denn es ist nicht einfach nur mal so ein Software
Programm wie ich sie früher machte. Mehr dazu aber bald, unweigerlich... : )
Beta Testing ist bisher ausschließlich in Neuseeland, übrigens, und auf Englisch.
Ich schulde da einigen Dutzend deutschen Beta-Anfragen noch genauere Details, aber es hat hier
einfach noch nicht angefangen, zum Teil aus interessanten Security Aspekten: vieles an TD ist einfach
auf sehr sehr einfachen Ideen basiert, die nur schwer zu schützen sind. Und manchen möglichen
Partnern mag noch sehr daran gelegen sein, dass es noch nicht allgemein öffentlich gezeigt wurde.
Es kann gut sein, dass ich ein Slot in der TED-Konferenz in Monterey im Februar als offiziellen Anlass
nehme, aber auch da muss ich mir noch vorbehalten, dass unsere Partner größere Pläne haben mögen
und andere Zeitschienen.
Mir soll's alles Recht sein, ich mach' einfach weiter.
Es gibt aber andere Projekte, bei denen man relativ bald schon mitmischen kann.
Ich schütte mal ein paar Themen einfach so hin hier...
IP
Für die Programmierer hier, mit denen ich ab und zu auch live tippe, ist eine Ecke schon lange
interessant: Intentional Programming.
Die Idee hab ich bereits mal angerissen, aber nur kurz summiert:
Es wird postuliert, dass man auf einer höheren Ebene Software bauen können sollte, als nur atomar,
Zeile für Zeile, in Sprachen wie C++ oder ähnlichem. Es geht auch noch tiefer, wie früher, Assembly
oder Machine Code, aber die Zeiten wo sich das aus Performance Gründen noch aufzwang, sind lange
vorbei.
Mein altes Beispiel dafür ist : "Napoleon hat eine strategische Intention: ihr greift links and und ihr
rechts, und wir kommen dann am Ende über den Hügel ! Er kümmert sich dabei nur um die großen
Zusammenhänge, aber hat keinen Schimmer wie die Gulaschkanone gefüllt wird, wer die Schuhe putzt
oder die Uniformen flickt. Und so sollte es auch sein !"
Im Gegensatz dazu wird heute noch eigentlich immer in der untersten Detailstufe gearbeitet,
inzwischen mit hunderttausenden von Zeilen oder mehr.
Es drängt sich einfach der Gedanke auf, dass es seine ganz eigene Art von Fähigkeit ist, sowohl oben die
Zusammenhänge zu sehen und strategische Schritte zu erdenken, als auch eine vollkommen eigene,
ganz unten diese dann umzusetzen.
Es sollte einfach eine Separation geben zwischen "Engineer" und "Intentioneer", einen Begriff den ich
damals Charles Simonyi vorschlug. Zu dem Zeitpunkt war er noch in Gesprächen, dieses Konzept IP
innerhalb von Microsoft einzuführen. Wobei Bill Gates selbst ein gutes Beispiel anstelle Napoleons ist,
rein von der Abstraktion der Vogelperspektive, jetzt mal weniger das kriegsführende daran ; ) Auch
er kann sich gar nicht um die wirklichen atomaren Details kümmern und muß den Überblick behalten.
Das Konzept ist eigentlich vollkommen logisch, offensichtlich, unausweichlich möchte man sagen.
Klar doch, so sollte es sein. Ist es aber nicht.
Und: es ist keineswegs so einfach wie es sich anhört, das auch zu erreichen.
Der große Vorteil bei IP liegt dabei weniger in neuen Karriererichtungen und Jobtiteln um die
Visitenkartenindustrie zu beglücken, vielmehr geht es darum, dass die nächsten Stufen der Software-
Entwicklung sich langsam aus dem Bereich entfernen wo es mit klassischen Methoden von ein paar
Jungs in einem Raum noch Sinn macht. Bei 10 Millionen Zeilen oder 100 Millionen wird klar, dass es
andere Wege geben muss um die Resultate zu checken, bugs zu finden,etc etc...
Als ein Beispiel: Wenn man sagt "Wir bauen einen Roboter der Tischtennis spielt", dann wäre eine IP
Intention z.B. "Wir brauchen gutes visuelles Feedback, wir brauchen Augen"...
Das gute daran ist dann, dass man das Modul "Augen" anfangen kann, auch mit nur einem Cyclops in V1. Dann
wird entschieden: Stereo ist räumlicher und man hat zwei. Die werden dann iterativ optimiert, auch
vielleicht von ganz verschiedenen Teams sogar. Es mag auch gut sein, dass es parallele Varianten gibt,
wer weiß ob nicht ein 10 Augen Model den Ball genauer oder schneller orten kann...
Jedenfalls ist es diese Abstraktion von der Intention zu der Umsetzung, die mich auch kitzelt.
Sicher, es gibt vieles davon in generellem Object Oriented Programming, auch schon seit Jahren. Aber
das ist dem sprachlich vom Namen her näher als es inhaltlich, glaube ich, ist.
Auch die Methoden des Extreme Programming, mit dem man viel Spaß haben kann, sind Teil der
Sache, aber nicht identisch mit der Sache.
Worum es auch noch dabei geht in den ersten Ansätzen von IP ist, dass man Sourcecode abstrahiert und
so im Nachhinein wählen kann, in welcher Form er dargestellt werden soll: graphisch, in Textblöcken,
oder gar in alte Standards wie C++, C#, Eiffel, Python "projiziert" wird.
Namen wie Refactoring Browsers sind dafür im Gange, und es gibt manches zu sehen mit ein wenig
Suche.
Der Verfechter der ganzen Sache ist dabei Charles Simonyi, gebürtiger Ungar seit langer Zeit in den
USA. Er war einer der allerersten Angestellten bei Microsoft ( die Aktien sind dem entsprechend auch
über eine Millarde wert ) und hat damals WORD geschrieben, vor recht langen Jahren.
Ein netter Mensch, ich hab ihn irgendwie liebgeworden. Wir haben uns bei Douglas Adams in London
kennen gelernt, waren später auch in Alaska zusammen mit Bill Gates und vielen anderen auf Paul
Allens Boot. Er war auch einige Male hier bei uns auf Rheineck und hat glaube ich viel Spaß auch an
der ganzen Konzeption gehabt.
Ich wollte allerdings erst weitere Schritte abwarten und Klarheit in Hemmersbach haben, bevor ich mit
ihm über mögliche Ideen dort, oder auch eine Byteburg in seiner Heimat Ungarn, reden wollte. Und die
Klarheit hat sich dann ja auch ergeben ; )
Im Moment interessiert hier nun viel mehr, dass sein Projekt IP, für das er eigens eine neue Firma
Intentional Programming gegründet hat, an vielen Fronten neu denken muss und es glaube ich noch
sehr viel beizutragen gibt, generell.
Ich spezifisch habe hier mit TD einige Aspekte in petto, wo es eben genau um "die letzte Meile" geht:
da wo die Konzepte sich visuell dem Nutzer darstellen, die Visualization also, und auch das Human
Interface dazu. Hier geht es weißgott nicht um ein paar bunte Knöpfchen (auf die mich hier immer
wieder manche oberflächlich reduzieren) sondern um "einfach, aber nicht ZU einfach".
Hierzu habe ich mich dann letzte Woche mit Charles getroffen, bei ihm in seinem Wunder von Haus
gewohnt und über einem wunderbaren Essen mit ihm und seinem Chief Coder vieles besprochen.
Mit einigen von euch da draußen rede ich schon eine Weile asynchron in mails über diese Dinge, und
es tut mir manchmal auch leid, dass ich mich einfach nicht dazu durchringen kann, ein wirkliches Forum
anzuknipsen, wie wir es schon oft in Erwägung zogen. Aber die unweigerliche Flut von Material, und ich
meine noch nicht mal flames und spam sondern auch wirklich gute Inhalte, würden mich sehr
involvieren ( ich kenn mich ja auch... könnte dann nicht anders als es konsequent durchzuziehen...)
Trotzdem möchte ich hier einfach abstrakt denjenigen, die zu dem Thema etwas zu sagen haben ( und
die Geduld gehabt haben bis hierhin zu lesen, das filtert auch schon ein bisschen, nicht ganz schlecht ),
mitteilen, dass sie mit mir auch gerne darüber in Kontakt treten können. ( kai@byteburg.de )
Es ist ganz einfach so, dass in den großen Foren bei sourcefourge und slashdot und c2.wiki etc etc diese
Dinge auf eine Weise angesprochen werden, es dazu aber auch noch viele andere Gedanken geben
kann, die in diesen "Gemeinden" nicht einfach so zur Geltung kommen. Auch habe ich oft die Erfahrung
gemacht, dass sehr talentierte deutsche Leute, oft auch sehr junge Coder, einfach nicht die Chance
gehabt haben, ihren englischen Wortschatz auf eine solche Weise zu trainieren, dass sie in einem
solchen Forum den flames und trolls überlebensfähig entgegenhalten können. ( Der Prozentsatz
deutscher Beiträge dort ist leider sehr viel kleiner als er sein könnte, glaube ich )
In dem Sinne liegt mir mehr am stillen und leisen Austausch von Gedankengängen, auch auf Deutsch,
statt gleich große Töne spucken zu wollen.
Ich habe jedenfalls wenigstens einen Aspekt dabei zu offerieren, nämlich Charles gut zu kennen und
mit ihm direkt zu sprechen, und auch Vorschläge unmittelbar umsetzen zu können. Für gute Leute da
draußen: statt also nur bei nem Bierchen zu schimpfen und Dinge besser zu wissen und dann aber "auf
mich hört ja keiner" zu murmeln, möchte ich einfach anbieten, dass einer zuhören könnte und damit
aber auch etwas bewegt werden kann.
Im einem der ersten Salons war ein junger Coder mit dabei, Lutz Roeder, der später bei Charles auch
gearbeitet hat und noch heute in Seattle bei Microsoft sitzt. ( Hi Lutz! )
http://www.aisto.com/roeder/paper/
Die Frage ist eben: was kann man da noch alles erdenken, und die Antworten können da genauso von
'nem Studenten in Freiburg oder am Bodensee kommen, als aus den Focus Groups in den USA.
Meine eigenen Gedanken verfolge ich dabei mit TD sicherlich weiter, das ist noch nicht ganz reif um
hier breiter besprochen werden zu können, aber wir sind in der Zielgeraden...
LD
Ähnlich aber anders liegt der Fall mit einem anderen Gebiet, dass mir Spaß macht und wo ich über die
Jahre mich mit der Person als solchen befreundet habe: Laterales Denken.
Edward de Bono ist eine höchst interessante Person und ich könnte hier viele Anekdoten herausholen,
die das illustrieren, hier nur eine kleine:
Jedes Jahr macht er in L.A. ein Essen im Four Seasons, bei denen er ca 20 Leute einlädt und dann den
Abend lang in Gesprächen, kleinen Puzzles und Spielen untereinander verknüpft. Wie im klassischen
"Salon" des 19. Jahrhunderts quasi, oft, aber nicht immer, mit bekannten, aber immer mit besonderen
ausgewählten Leuten. Einmal hatte Edward dann an seinem Schlips ein Foto von Monica Lewinski
angebracht, und begrüßte damit die Gäste.
Nach geraumer Zeit, mitten im Dinner, stand er dann auf und erklärte: "Ihr habt euch wahrscheinlich
gefragt, was das wohl soll, mit dem blöden Foto hier... ich werd's euch sagen: Ich wollte einfach nur
mal sehen, wie das ist, wenn man eine Frau wäre, und darauf reduziert wird, dass alle den ganzen
Abend nur andauernd einem auf den Busen starren! Sehr interessant sage ich euch! "
Ja so ist Edward ; ) Und gut starren kann er selber auch : ) Man muss ihn einfach mögen.
Jedenfalls ist das Gebiet selbst sicherlich relevant:
Die Kinder werden in der Schule nicht wirklich zum Denken geführt, oder ihnen wird nicht dabei geholfen, besser
denken zu können, zu wollen. Bessere Lösungen zu finden und überhaupt danach zu suchen. Dinge in
Frage zu stellen und neu zu beleuchten. Es wird ihnen eigentlich quasi das eigenständige Denken eher
ausgetrieben noch, allzu oft wird lediglich gelehrt, wie man Daten und Fakten auffressen soll, statt, wie
man sie, im Falle des Falles, finden kann.
In den Zeiten von Google und dem Web ist das eigentlich horrende daneben, auf englisch würde man
sagen "that's so 10 years ago!".
Dabei hat Edward seine Ansätze kreative Lösungen zu finden und Durchbrüche zu erzielen, seit
Jahrzehnten bereits in vielen Dutzend Büchern propagiert, total analog sozusagen. Es war lange vor der
Zeit, wo er mit Software dabei agieren konnte und das ist nicht seine Welt.
Es ist ihm allerdings sehr klar geworden ( und ich streue auch immer noch ein bisschen Salz in die
Wunde, wenn wir uns sehen ) dass es eigentlich unumgänglich ist, nicht den Kopf in den Sand zu
stecken sondern die neuen Mittel und Methoden mit einzubeziehen.
Das ist auch sicher einfach eine Generationenfrage: für ihn mit über 70 mag es bedingt sinnvoll sein,
seine Denkansätze und Lösungsmethoden zu ändern, aber für die Generationen die jetzt in der Wiege
bereits Playstation controllers liegen haben und deren Finger wohl genetisch kleiner mutieren damit sie
die winzigen Tasten auf Blackberry Treo Phones im Chat nutzen können... für die ist es keine Frage,
dass sie das Web und Maschinen in ihrem Leben als Helfer und Tool akzeptieren.
Edward hab ich hier nebenbei auf den Seiten schon einige Male erwähnt und oft kam auch hier und da
eine Mail von Leuten, die zu den vielen Büchern Kommentare hatten, etc. z.B. ne schöne Seite :
http://www.lateralpuzzles.com
Da muss man anders denken um eine Lösung zu finden und alle posten Ihre Ansätze... oft lustig.
Der Grund es hier mehr akut neu zu schreiben, ist dass ich gerade einen Brief von Edward bekam in
dem er selbst neue Ideen dafür hat, wie man kreative Denkanstöße in Software anwenden könnte. Wir
setzen uns also wohl demnächst zusammen zu dem Thema, entweder hier auf Rheineck oder in Malta.
Falls da nun jemand schon am Ball ist, Sachen gemacht hat oder was tolles gesehen hat oder
mitspielen und mitcoden möchte... ich biete es an.
Versprechen kann man da nichts, aber wenigstens gibt es bei wirklich Interessierten die Möglichkeit
direkt mit Edward in Kontakt zu kommen und "sich ins Bild zu malen".
Das hat doch schon mal was.
Es gibt da draußen natürlich so unglaublich viele Mindmapping und Creative Games und alles- ganz so
einfach wird es nicht mehr sein, vollkommen losgelöste andere Ansätze zu offerieren.
Andererseits sind die Möglichkeiten, etwas tolles interaktives zu machen, besser denn je.
Die Limitationen in Memory, Bandbreite, Diskspace sind alle so unendlich groß geworden, dass frühere
Projekte auf CD ROMs inzwischen doch ziemlich alt aussehen.
Ich wollte jedenfalls einfach nur mal die Tür aufmachen und Leuten bei solchen Sachen die Chance
geben mitzuspielen, bei so vielen anderen Projekten kann ich das leider nur schwer.
GEO
So machen wir z.B. gerade mit einem großen Partner eine Studie über das ganze Gebiet GEO und GIS.
Der ganze Bereich fasziniert mich schon sehr lange und wer mich im letzten Jahr mal besucht hat, mag
einige der Software-Sachen gesehen haben die wir zu dem Thema so gesammelt haben bisher.
Magicmaps z.B., Tobias ist öfter hier... Sehr saubere 3D Projektion von Katasteramt-Karten zum
vertikalen Zwecke Fahrrad und Inline Skate Touren zu machen. Wir reden davon wie man nun solche
Karten mit Leben erfüllen kann... live Data, user comments... Fällt da jemand was ein?
Klar doch.
Die Liste von Software und Webseiten, Services und Ideen ist endlos lang, die Studie wird sicherlich
einige hundert Seiten haben. Ich hoffe daraus auch eine Reihe von konkreten Action Items für den
Partner abzuleiten, aber auch Projekte daraus zu kreieren, die in dem ganzen Neuland noch neueres
Neuland betreten...
Die simple Redux ist:
In 5 Jahren werden viele, in 10 Jahren fast alle Leute GPS alltäglich nutzen
Alle Autos
Alle Kameras
Alle Telefone
werden ihren Standort kennen und damit neue Wege gehen.
Das hat nichts mit Big Brother zu tun um Leuten nachzuspionieren, das sind naive Ummünzungen der
Thematik.
Aber man stelle sich vor man kommt nachhause aus dem Urlaub in Paris und saugt die Bilder der
Digicam in seiner Maschine : mit GPS kann man wunderschön eine Karte haben die unmittelbar alle
Routen zeigt wo man war ( durch das GPS im Telefon nach Wunsch kontinuierlich aufgenommen und
gespeichert ) und dann kleine Icons für alle Orte an denen man ein Foto geknipst hat.
Ich hab so eine Karte hier mit meinen Paris Fotos und es ist WUNDERBAR, wie es die Erinnerungen
auffrischt zu sehen in welchem Kontext an welchem Tag in welcher Reihenfolge an welchem Ort die
Bilder entstanden sind.
Das ist sicher nur ein kleines Beispiel, aber ein sehr relevantes, "normales", tagtägliches.
Das ganze soll SINN machen, nicht Angst.
Es muss sicherlich daran gedacht werden, dass die Informationen privat geschützt sind, aber nicht
mehr oder weniger wie ALLE privaten Daten, genauso wie die PIN Nummer einer EC Karte.
Aber ich habe 5 Jahre schon Navigatoren im Auto, da kann man einfach nie wieder zurück. Ohne ist
einfach blöd ! Die Einbahnstraßen in Köln, die nächste Tankstelle nachts, der nächste Thai zum Essen,
wie lange noch bis zur Ankunft, wo sind die akuten Staus, das alles ist keine Spielerei, das ist
handfestes sinnvolles Hilfsmaterial, fertig aus. Nur weil die ersten Generationen noch teuer waren,
oder auch die Features erst wachsen mussten, haben viele Leute in typisch deutscher Jaul Mentalität
das ganze Thema weggeredet. Schön schade auch.
Jedenfalls, wir haben eine ganze Reihe von Euch in Kontakt gehabt zu GEO Themen und sind jetzt eben
mehr denn je mit der Sache befasst. Vorschläge sind immer willkommen dabei.
China
Gerade auch noch eine mail aus China bekommen, Peter Trunk, den ich seit langen Jahren aus
Topanga noch kenne und den viele hier vielleicht als das Gesicht und die Stimme hinter dem
"Hollywood Report" erkennen würden, lief langezeit fast täglich. Er wohnte damals auf der Insel Maui
und ist nun aber in Shanghai aktiv tätig.
Falls jemand hier einen guten Kontakt in China braucht oder Ideen hat wie man etwas dort vermarkten
kann, bin ich gerne bereit diesen herzustellen. Es gibt bestimmt sehr viele Sachen die in beiden
Richtungen Sinn machen...
Bryce
Auch in den letzten Monaten noch passiert:
wir bekamen viel Besuch, unter anderem aus Utah von zwei der Leute die die Software BRYCE von Corel
gekauft haben. DAZ heißt die Firma und man kann sagen: Bryce ist da, wo auch das wirkliche Bryce zu
finden ist, denn es ist in Utah. Ich war noch vor wenigen Monaten mit Vau dort und kann nur sagen: es
ist sicherlich einer der seltsamsten Orte auf diesem kleinen Planeten und wer immer sich auch nur grob
in den Südwesten der USA begibt, muss sich dort einmal ein paar Stündchen aufhalten. Ein Flug zum
Mars kann eigentlich kaum surrealere Umgebung sein. Jedenfalls ist dagegen der Grand Canyon
lediglich ein großes Loch, und Las Vegas lediglich ein Loch im Kopp.
DAZ hat nun viele bunte Pläne, bringen zunächst mal eine schnelle 5.5 Version raus, nur so zur
Kontinuität. Es war schön zu sehen, das sie mit Respekt der Sache gefolgt sind und ihnen klar war, das
Eric Wenger die ganze Software gemacht hatte und mit mir dann über ein Jahr hinweg (93/ 94 ) das
Interface dazu. Unsere Namen waren mysteriös in den späten Versionen dann einfach "vergessen"
worden... ; )
Es sind viele Gespräche im Gange, ob man nicht ein richtiges SuperBryce machen könnte...
Hm. Wenn dann aber GANZ frisch und neu, total realtime, OpenGL in hardware etc. etc.
Bryce war richtig lieb damals, in seiner Zeitfalte wirklich schön und neu und anders.
Aber es ist sehr sehr alt inzwischen und V3 4 5 sind eher nur Pflaster draufgeklebt.
Wenn ihr dazu Kommentare oder Ideen habt oder vielleicht jemand wie die FarCry Jungs mehr an
kreativem Explorieren als an Ego Shootern mit Blutgemetzel interessiert sein mögen... ich bin für alle
Vorschläge offen.
Alle Coder mit heavy OpenGL background würde ich sowieso gerne mal einladen, es häufen sich die
neuen Möglichkeiten dabei.
Ich breche hier diese Update mal erstmal ab, unser Besuch aus Tokyo ist eingetrudelt und darf nun
statt Sushi, mit Tee und selbstgebackenem Kuchen empfangen werden.
Wir winken in die Runde, wünschen allen einen frohen Herbst und gutes Gelingen.
Kai & friends
...archäologisch als Archiv: ...das war davor:
Sommerlochness
Ich machs nochmal im Staccato Stil, kurz gefasst, fast gekürzt, gut gewürzt:
Also zunächst mal: Das sollte nie ein Blog sein hier.
Nichts gegen Blogs... hab einige sehr schöne gesehen, auch Photoblogging wird sicherlich eine Welle
werden. So liebe Sachen wie
http://www.bestyearofmylife.com/archives/ten.php
oder als guten Index
http://www.photoblogs.org/
Manche der guten Leute haben ihre eigene Form gefunden, wesentlich cooler in Ascii zu wirken als in
RealLife. Man könnte das Deutsch schön "Blügen" nennen ;)
Aber ein guter Blog lebt von kontinuierlichem Energiefluss.
Den Anspruch, regelmäßig neue Wortbildungen zu schöpfen, eine Leserschaft periodisch zu bedienen,
den hab ich eigentlich gar nicht haben wollen. Es würde mir im Moment auch nicht einfallen, eine
Zeitung herausbringen zu wollen.
Mir schwebt schon vor, eine volle, große, richtige Website zu machen, aber das hier ist sie nicht :)
Das möchte ich wirklich noch einmal betonen: es liegt ein Archiv von den Byteburg Seiten vor,
aber das sind Texte von 2001 bis 03 typischerweise.
Manches ist nicht ganz uninteressant oder irrelevant und viele kommen immer wieder frisch dazu,
nach dem Motto : "NEU !!! (Wenn du's noch nicht gesehen hast....)"
Hier weiter unten sind mehr akute Gedanken über Monate hinweg.
Wenn man nicht interessiert ist, sollte man da wegbleiben, einfach zuviel da.
Wenn man interessiert ist, möge man da weilen, einfach viel dazu da.
Zuerst noch ein paar persönlichere Zeilen, die mails fragen mir immer Löcher in den Bauch:
Der letzte Schwall des Updating Games handelte von dem zentralen Thema: wie viele Dinge man
parallel machen möchte... und McClone aber noch nicht ganz funktioniert.
Und da ging es munter weiter in der Kerbe : ein seltsames Dinner in Belgien mit Edward de Bono
gehabt: 5 Leute bestellten ein Menü das "nur für den ganzen Tisch" markiert war.
Der 6. , ich, war nicht so fischy... Da wollte uns im Ernst der Maitre D das nicht geben!
"und wenn nur 4 oder 5 am Tisch gesessen hätten ??" fragte ich mit Schalk.
"Dann wärs ok", meinte er dann, in perfekt belgischem Schildbürgerslang.
Ich musste mich wirklich symbolisch daran machen, mich an den ANDEREN Tisch zu setzen, bis der
gute Mann den Knick in seiner Logik erblickte und einlenkte.
Na toll.
Wie sehr vieles, kommt das dann in Kiste "nicht gut, aber erinnerungsträchtig"
Jedenfalls nahm ich die Einladung ins Board des "Centre for Creative Thinking" an und werde da bald
in Malta, mal checken ob die wirklich 3000 Jahre Geschichte überall rumliegen haben.
Edward scheint jedenfalls über die letzten drei Jahre hier an der Burg auch Gefallen zu haben und sitzt
nun in einem kleinen Chateau an der Loire selbst. Mit 71 sollte er aber auch etwas langsamer treten,
er hat ein ewiges "Round the World ticket" und hört einfach nicht auf. Bewundernswert.
Die Person ist um einiges interessanter als die Sites aber es gibt einige Info über Laterales Denken.
http://www.edwdebono.com/debono/biograph.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Edward_De_Bono
Noch so einer, der ewig emsig ist dieses Jahr, ist Peter Gabriel, über 40 Stationen schon
Alter Freund Tony Levin hat wunderbare tägliche Updates bei sich...
http://www.tonylevin.com/index.shtml
Interessant ist, wenn man bei
http://www.musicplasma.com
seinen Namen mal eingibt und sich anguckt, mit wem er alles schon gespielt hat, absoluter Wahn!
Die "UP-Show" ist damit nun durch. Wo ich ihn leider verpasse ist in der wirklich unglaublich schönsten
Stage überhaupt, die Seebühne in Bregenz....
Dieses Design stand da, im Wasser, in RIESIG gross, für 2 Jahre:
http://members.tripod.com/~musaws/ARFEST/ARFES01.HTM
Das Bild gibts an anderen Stellen auch in sehr groß
Leider bin ich gerade in Santa Barbara zu der Zeit, und danach ein besonderes liebes Highlight für
mich: der Geburtstag meiner Tochter "Sweet Sixteenth" wie man sagt, in Paris! Ihre erste Reise
allein mit Freund, ich und Vau, das sind noch schöne Zeiten und große Gefühle.
Ich war auch mit Sechzehn in Paris und hab wunderbare Erinnerungen an die vielen Besuche in den
30 Jahren danach.
Vau selbst hat auch Geburtstag gehabt :) und wir sind auf eine wunderbare impromptu Reise
gegangen, Köln, Mainz und runter durch den Schwarzwald (sehr schön) in die Schweiz... Das liebe
Art Deco Hotel Montana in Luzern hoch überm See. Toll, dass diese Tage der Navigator alle Länder in
Europa drin hat, und alle Hotels und Restaurants gleich mit. Welch ein beruhigendes Gefühl, mit ein
paar Tastentips die Tankstellen im Umkreis zu sehen, die Hotels, noch ein click und sie fährt dich hin.
Möge es schnell kommen, dass wirklich alle so etwas nutzen können. Wie ein Handy eben auch, hat das
nichts von Spielzeug, es ist ein tagtägliches Werkzeug, nicht mehr und nicht weniger.
Aber wer würde schon ohne sein phone in der Welt rumfahren wollen... Bei Notlage dann eine
"Telefonzelle" suchen? Man, thats SO ten years ago....
Wir sind von dort über die Berner Arkaden hoch durch Frankreich in die Südpfalz.
Sehr lieb: der Baumwipfelpfad bei Pirmasens... :)
http://www.biosphaerenhaus.de/haus/baumwipfelpfad.htm
Zurück über das Moseltal und die Hocheifel in die alten Mauern, mit einem wunderbaren Gefühl einer
Heimat. Durch die kleinen Dörfchen, mein Gott, was könnte die Welt doch so schön sein... wenn nicht
alle immer nur so pieselig drauf wären! Erklärs mir einer, was soll diese Selbstzerfleischung
besonders in Deutschland? Einmal den Spiegel lesen und kein gutes Härchen bleibt mehr an
irgendwas. Alle müssen an allem nur noch was kratzen, jeder weiß immer alles besser. Schlimm.
Immer wenn ich dann zu sehr an den unmittelbaren Aufgaben hänge, kann ich mir vor Augen führen,
wie viele Pläne über Pläne Douglas gehabt hat. Immer war es das nächste Jahr, wo man endlich X
erreicht hat und glücklich sein kann...
sehr, sehr seltsam ist dann sowas zu sehen wie die alte Digital Village Seite.
http://www.tdv.com/html/douglas_a.html
Da ist er noch, als wär nichts passiert, der button "please dont touch this icon of Douglas's nose!",
was haben wir gekichert.
Ich bin das selber noch im Board, als wärs noch 96 oder so...
http://www.tdv.com/html/tech_board.html
Sehr surreal.
Inzwischen ist der Hitchhiker Film im Gange
http://hitchhikers.movies.go.com/hitchblog/interview.htm
und ich werde mir den Set im Sommer mal ansehen. Kann man nur hoffen, dass Douglas nicht
implodiert wäre, bei dem letzten Stand der Dinge.
Ich schreib ein anderes Mal über die Jahre mit Douglas und die vielen Anekdoten...
gibt da auch richtig tiefgreifende Themen.
Zwischendurch hatte Danny Hillis mit uns Spaß. Er war mit Richard Feynman bei Thinking Machines
schwer zugange, riesige parallele Rechner zu bauen, später dann sahen wir ihn als Chef bei den
Disney Labs, wo die ganzen Rides von Disneyland designed werden.
Er hat vor einigen Wochen einen interessanten Gedanken auf edge beschrieben und mich danach um
Kommentar gebeten. Es geht um Software, die das Lernen verstärkt, eine Art persönlicher Lehrer,
daher auch sein Name Aristoteles, der Alexander den Großen damals als Schüler hatte.
Wer im Englischen fit genug ist: macht schon Spaß über solche A.I. Zukunft zu grübeln.
http://www.edge.org/3rd_culture/hillis04/hillis04_index.html
Ein anderer alter Bekannter aus London ist da auch voll involviert, James Burke...
(Ich liebte seine Serien auf der BBC wie "Connections")
http://www.wired.com/news/culture/0,1284,52594,00.html
Das Thema ist so viel tiefer als mans hier anreißen kann... aber ein schöner Winkel dabei ist H.G.
Wells mit seinem Paper über ein "World Brain":
http://sherlock.berkeley.edu/wells/world_brain.html
Wells hat viele sehr besondere Artikel geschrieben, die nie so bekannt wurden, wie die Zeitreisen und
Scifi..., Schönes findet man da.
Ein sehr lustiger (das Wort kommt von "Lust" und "Tiger"...) Quer Link in der Ecke ist einer der
behauptete wirklich aus der Zukunft zu kommen...
Ziemlich dilletantisch eigentlich, sogar Fotos von der angeblichen Zeitmaschine...
http://johntitor.com/
Das alles hat so viel Löcher drin, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll, aber was dann
kommt ist ein sehr sehr interessantes gruppendynamisches Theaterstück: nämlich TAUSENDE von
posts von Leuten, die es anfangen, ernst zu nehmen.... Kaum zu glauben, aber sowas kann man noch
nicht mal in SciFi erfinden, wie die menschliche Seele dann reagiert. Jedenfalls sehr unterhaltsam!
Gruppendynamik hab ich mir dann auch eine Weile angesehen von nah und von innen...
Ich war zwei Tage in Düsseldorf in der Jury des Grimme Preises für online Inhalte mit 300+
Kandidaten, die auf 30 und dann 6 runtergeschraubt werden mussten.
Hat Spaß gemacht, liebe Leute mit dabei...
http://www.grimme-institut.de/event/goa/de/award/kommissionen_jurys/vitae_goaj04.htm#a8
Mit Peter Glaser hab ich noch beim Essen viel alte Geschichten und Personen ausgegraben, er als
Gründungsmitglied des Chaos Computer Clubs (tolle Mischung mit IngeborgBachmanPreis, oder ?)
hat da auch schon in den 70ern Blut gelassen.
Bei den nominierten Links dort sind eine ganze Reihe sehr clickwerte URLs:
http://www.grimme-institut.de/event/goa/de/nominierungen/nom_goa04/index.html
schon Schön...
Vieles, vieles was mir einfiel, konnte ich nicht einbringen, 80% meiner links wären global und nicht .de
gewesen... und auch hier war manches nicht Grimme Material.
Da sollte ich nochmal richtig anfangen zu bloggen, puh. Es sind uns auch SO viele schöne Seiten und
links geschickt worden, da wärs schon fast unfair, nur hier und da mal eins zu featuren...
Aber in 24h bin ich schon wieder in L.A., wo es schon über 40 Grad mal wieder war, aua aua.
Ich bin aber im Prinzip im Sommer in Europa und werde mich voll und ganz dem Endspurt der ersten
Projekte widmen können... Mit TD haben wir Beta in New Zealand angefangen! (mails an die Beta
Anwerber gehen raus, wenn ich zurück komme... weiter unten hier kann man dazu noch was lesen
und sich auch noch mit reinbewerben ;)
Ich sause erstmal los über den Teich, dann gibts wieder Neues über die kommenden Salons auch, das
sanfte Ende des Presseschweigens werde ich auch einleiten mit einem Interview in der ct', und im
Herbst einigen TV-Sachen dann.
Nun schimpfe ich immer so, dass es kein Blog sein soll und es nähert sich immer weiter an, ha!
Aber das seh ich trotzdem nur als temporär an, da ist viel Neues, was raus will.
Grüße an alle die, die in das Sommerloch trudeln...
auch vom Team (gerade noch war der benachbarte französische Meisterkoch JeanMarie Dumaine bei
uns und hat im Innenhof ein vielgängiges Essen für 60 Leute veranstaltet... da haben sie dann immer
was zu tun hier ;) und nachher sind sie alle im Garten, auf dem Turm, beim Schachbrett...
http://www.gaultmillau.de/gmd/single.php3?id=1309
http://www.vieux-sinzig.com/
ist schon irgendwie "immer was ", nicht wahr...
Als letzter kurzer Winker an die, die vielleicht das erste Mal in die alten Archiv Seiten noch eintauchen
bevor ich sie wegnehme.... in den Links da (die nicht mehr akut sind oft) findet man schöne
vorhersehende Dinge auch. Unter anderem schwärmte ich schon vor 3 Jahren von dem damals noch
geflüsterten, raunenden SuperMonitor in IBMs Labor : der T220.
Wer sich erinnert, der war 22 Zoll, 202 dpi und $22.000, denn er hatte eine kleine Eigenschaft, die
ihn "anders" machte: die Auflösung...
3840 x 2400
Aua aua...
Das sind 9.2 Mio Pixel
das sind genau vier 1920 x 1200 in derselben Grösse wie das Cinema II HD, eben viermal so dicht.
Man kann auch vier Maschinen ansteuern, zB... ;)
Hier ist eine von vielen sites darüber
http://www.theinquirer.net/?article=8578
und auch die ct' hat ihn kurz getestet.
Allerdings bei dem Preis, der dann 2003 auf $12000 ging, und später $8500 hat man immer noch
eher geschluckt, ob es denn DAS wohl wert wäre.
Inzwischen aber haben wir (Thomas, Uwe...) eine Quelle in den USA ausfindig gemacht, die das Ding
für sage und weine $3.995 anbietet... und da konnte ich mir einfach nicht mehr helfen...
Und geholfen hat mir drüben unser guter Kumpel Christopher Franke... Er kann in der Musik
sicherlich auch so ein Ding gebrauchen um alle Plugins auf einmal zu sehen... (mit ner Lupe).
Oft schon musste ich den Extra-Preis bezahlen, den Dingen ein wenig voraus zu sein. Es kitzelt mich
einfach ZU SEHR zu verstehen, aus erster Hand, wohin sich alles entwickelt über die nächsten 10
Jahre und auch früh genug mit den Sachen umzugehen, wenn sie eben noch ein wenig selten und
prototypisch sind...
Ich bin ein sehr großer Enthusiast von Auflösung und feinen Details, lebe damit Bilder in 1920 x 1200
in feinstem Filigran erstellen zu können. Wie lange warte ich schon darauf, dass endlich die DICHTE
des Monitors besser wird, dass man quasi keine Pixel mehr sieht und nur noch das Bild als solches
zählt.
Bei meinem Besuch in den Laboren von Sony, eingeladen von Idei-San vor ein paar Jahren, hatte ich
bereits einen experimentellen 4096x4096 Monitor gesehen (und mich umgehauen...)
Für für 3.5k in Euro da kann man schon ganz anders an die Sache gehen....
Ich hoffe immer noch sehr, dass dünne tablet PCs bald in dieses Auflösungen kommen, die wirklich sich
wie Papier lesen lassen und neue Anwendungen ermöglichen.
Wir haben lange genug in der Anfangsphase mit den Kurbelautos und dem Dampfradio verbracht,
jetzt fängt der Spaß eigentlich erst an...
Die Kiste steht hier noch roh... denn erstmal muss eine NV40 oder x800 basierte KArte erstmal
her, um dual DVI das Ding überhaupt voll zu kriegen (Falls da draussen jemand auch gerade mit
diesen Dingen arbeitet, schickt ruhig ne mail..)
Jedenfalls finde ich es persönlich ermutigend für den Stand der Welt, dass man den Fortschritt wirklich
sehen kann... 22.2 auf 3.9 das ist vernünftige Preisentwicklung.
Übrigens sind da auch andere sehr wichtige Meilensteine passiert:
der erste wirkliche HD in groß: alle HD plasmas waren bisher nur interpoliert, manche sogar nur mit
nativ 830x480 Pixeln... Jetzt hat Sharp den ersten wirklichen 1920x1080 LCD in 45 Zoll gemacht...
der sogar "nur" 7.5 Kiloeuro im Moment sein soll... (das ist erstaunlich, LCD 45"...)
http://www.onecall.com/PID_24018.htm
Ach noch so viel anderes zu berichten.
Ich lass es erstmal raus und weiter gehts...!
...archäologisch als Archiv: ...das war davor:
Dilemminge
Es gibt ernsthaft einfach nicht genug Monate pro Montag, mein Gott.
Ich muss mich einfach langsam damit konfrontieren, dass man einfach nicht alles gleichzeitig
machen kann. Schlimm ist's. Way harsh.
Da tippt man ein bisschen Quatsch auf Edge.org und schon landet man in der New York Times,
die dann wieder in Australien im reprint kommt, worauf einer von der Regierung dort ne mail
losschickt weil er sich auf den Byteburg Seiten verlaufen hat. Er war sich irgendwie sicher das
er mit der Übersetzung via Babelfish ( aua aua aua ) ( da ist manchmal Kai= ein Pier und
Krause=Curly Hair ) rausgefunden hat, dass wir eigentlich eine neue Art von Universität
gründen wollen. Und da er das dort auch gerade vorhat....
Nun ja, der letzte Besuch aus Australien ist gar nicht lange her und hatte auch wundersam das
Thema eLearning als Überschrift. Ein langer Abend in ledernen Ohrensesseln über dem Rhein
und wir erklärten das Konzept einer Gymnasialerziehung. Er erklärte uns eine Flasche Penfolds
Grange.
Alles wurde klarer.
Sicherlich ist hier ein ernstes Thema vor uns. Education. Au mann.
Und nicht nur habe ich dazu schon ganze Busladungen voll Schülerinnen hier gehabt, sondern auch engagierte Lehrer die gerne alles Mögliche neu organisieren würden, Besuche, Symposien, Workshops und und...
Auf Minister-Ebene werde ich da zu Innovations-Kongressen eingeladen, Arbeitsgruppen, Kommitees, Manifesten und Initiativen.
Es klingelt jemand von D21 mit vielerlei Geplantem, einer vom GMD Fraunhofer, andere vom Max-Planck-Institut.
Die Uni in Bonn hat viele, viele gute Geo Leute, was wiederum gleich an die Verbindung von Erziehung zu Technologie knüpft.
Da sind Messen und Kongresse fast pausenlos, ich sollte in Davos "was vortragen" oder von da zur TED nach Monterey jetzt, oder ists Sundance, oder die Berlinale, oder Innotown in Norwegen (verschoben dieses Jahr, schade! ).
Und dann darf ich aber auch noch in der Jury für den Online Grimme Preis sitzen bitte oder im Computermuseum Paderborn eine Wand basteln...geschweige denn die vielen Anfragen in Aufsichtsräte und Advisory Boards zu kommen...? Eigentlich gerne auch...
Sind dazwischen dann die Oscars oder die MTV Awards ?
Oder vielleicht doch die CES oder NAB oder PMA in Vegas?
Ich hätte mich lieber um Tickets für die Stunk Sitzung kümmern sollen ; )
Eigentlich geht es in diesem Absatz hier weniger um irgendeines dieser Themen...
Auch die "Hölzchen und Stöckschen" Verbindungen sind frisch von der Leber weg
(wo DER Satz wohl herkommt ?!? Kotflügel hab ich nun dank der süßen Sendung "Ah!!" gut parat )
Es geht vielmehr um das reine Dilemma pur : ich würd so gerne und ich kanns einfach nicht :
mich in 10 Richtungen gleichzeitig engagieren. Oder 100.
Zwar hat eins meiner liebsten Projekte den lieblich anmutenden CodeNamen "TimeDoubler",
aber auch das wird mich nicht vor diesem SichZerreissenWollen retten...
Eher steht auch das schon wieder für "eine Sache die,
wenn es nichts anderes in der Welt zu tun gäbe ("WENAIDWZTG"),
mich 100% rund um die Uhr beschäftigen könnte"
Seufz
Vielleicht wäre doch Klonieren noch das Einfachste ?
Das andere was hierbei zur Sprache kommt, ist, dass anscheinend jeder aus seiner Sichtweise in einer Art Wunschdenken sich die ganze Sache "Byteburg" so schönrechnet, dass es ihm/ihr am besten ins Weltbild passt. Und verübeln kann ich's auch niemand.
Es ist ein schöner Gedanke, dass einer meint, ich solle mit einer alternativen Universität Wege zeigen.
Die Realität so etwas vernünftig umzusetzen ist einfach, nun, surreal wär wohl eher das Wort.
Aber ich bin auch Realist, Pragmatist, Perfektionist. Wenn, dann will ich es auch RICHTIG machen.
Es geht einfach nicht. Ich hab sogar mit dem Gedanken gespielt und Versuchsballons steigen lassen.
Mich mit den Ministern getummelt und mit Investoren und Banken...
Dann kommen die Briefe von reinen Software Leuten, die sich sicher sind, ich müsse, solle, dürfe, könne, werde der ideale Vertriebskanal für neue Produkte sein...
Nachdem ich bei Meta damals sehr viele Sachen weltweit im Markt hatte , liegt der Gedanke auch nicht sooo fern, dass sich noch eine Menge Verbindungen da ergeben.
Aber bin ich DAS nun ? Soll ich noch einmal eine reine Software Firma hochziehen, und das hier in D. ?
Auch da liegt ein Teil nahe, das Interesse ist sicherlich vorhanden und
"wenn es nichts anderes... WENAIDWZTG..."
aber eine wirkliche vernünftige Umsetzung ist dann doch wieder etwas ganz anderes.
Klar kann man das, aber will man das können...?
Dann kommen die Briefe und die Besucher, die Salons und Meetings mit den vielen "Ideenhabern", oft sehr liebe Leute, oft gute Ideen. Gerade planen wir Salon #16 und schon wieder ist die Liste ellenlang. Wo wir noch nicht mal die von #15 so richtig vernünftig verarbeitet haben.
Hier stehe ich dann als Hoffnungsträger und repräsentiere die ganze Idee hinter alternativen StartUp Gründungen. Kai mach doch mal eben diese Firma hier auf, investier doch hier drüben mal, kannst du da als CEO einsteigen, hast du noch nen CFO für uns?
Und auch da habe ich mir versucht den Schuh anzuziehen, hab sehr viele Dinge hier bewegt und aufgebaut. Endlos, die Meetings mit den Bank-Leuten, die Umsetzung in deutschen Papierkrieg, das Ausfüllen von erforderlichen Zahlenwerken. ( Lang hab ich’s mir sagen lassen dass das nunmal so geht, dass es so eben ist, dass es nicht anders machbar sei, dass hier eben so agiert wird, etc etc etc.
Und mein Bauchgefühl sagt mir immer wieder "BULLSHIT". So KANN das ja gar nicht funktionieren.)
Sicher verstehe ich den Gedanken dahinter "wir machen mal nen Plan, den kann man immer noch ändern". Aber daraus wird dann ein Elefant, der um jede Ecke bei jeder neuen Drittperson größer wird, die absurden Extrapolationen gehen dann in Umsatzschätzungen im dritten Quartal 2007 und abzuschreibende Steuervergütungen im Jahr danach...
Auch das haben wir, im Detail, für eine Reihe von Leuten und Projekten hier durchgemacht und mitgemacht. Die Ausfüllerei, die Meetings, die eiskalten Füße und die heiße Luft.
Erst konnt ich einiges kaum glauben, hörte es sich doch an wie ein Märchen aus Schildbürgerland.
Aber ich hab’s schnell begriffen,
wie der Hase hier läuft.
Tut er eben nicht.
Die Nase läuft
vielleicht..
Die haben wohl doch mit den Assen gespart, bei der Sparkasse.
Nochmal anders gesagt: Wir sind also weder die neue Universität hier, noch ein Forschungszentrum für neue Laser Technik, aber auch keine NobelImmobilienmakler und keine Kapitalschleuder oder VentureCapital in unbenanntem Schafspelze. Das wird gleich noch klarer hier :
Noch erstmal zurück im Thema :
ich und das Team hier und lose verbunden da draußen... befinden uns in einer Halle mit Türen. Und hinter jeder Tür gehen lange Gänge mit vielen vielen Türen auf wieder andere Hallen zu....
Möglichkeiten ohne Ende, Potential wo man hinguckt.
Ein bisschen auch wie ein Buch in der Hand halten: Ach wie schön, das wollte ich doch immer schon mal lesen. Aber gerade wenn man sich denkt, das lese ich jetzt und mach mir nen Tee und rück die Kissen im Sessel zurecht und schönes Licht von links und schöne Vau von rechts, jetzt wird geLESEN...
da liegt dann noch ein anderes Buch da, und noch eins, und noch eins und noch eins.
Und dann merkt man, es ist ein BUCHLADEN, und die Regale sind voll, eins schöner als das Nächste...
Und der Prozess in dem Buchladen zu stöbern, hier und da zu stochern, mal reingucken, etwas auschecken, bisschen hier nur gucken und dann wieder was genaues forschend suchen, das ist in sich selbst eben AUCH wieder ein wunderbarer Nachmittag. Genauso interessant und wertvoll vielleicht.
Statt eben ein einziges Buch von vorne bis hinten zu lesen sind wir eine ganze Weile noch im Laden und stöbern. Bisher hat das auch sehr viel Spaß gemacht !
Ich erzähl das auch mit dem Hintergrund, dass wir gemerkt haben, wie sich die Erwartungen an uns immer wieder neu verschoben haben. Und da denke ich eben ist etwas neue Klarheit ganz gut:
So zB der Eindruck, dass wir nach der ersten Byteburg hier uns dann auf "immer schon die Nächste" fokussiert haben, um vielleicht hauptsächlich einen Riesen Inkubator hochzuziehen...
Da kommen dann mehr und mehr die Mails und Briefe in denen Leute uns Dinge vorstellen
aber gleich schon einschränken :
"naja, euch wird das ja nicht so interessieren,
weil,
wir können ja nicht gleich nach Köln ziehen"
Es ist verständlich, dass so eine Sichtweise entstehen kann. Aber Schade...
Die zweite Burg bei Köln in Kerpen war sicherlich ein interessanter Schritt für uns, in die Richtung es größer zu skalieren als nur in Rheineck wo ich hier selbst bin.
Aber es ist nicht wirklich die richtige Darstellung meiner Interessen und des Teams hier zu sagen:
alle Ideen und Personen und Projekte die mit uns in Kontakt kommen,
werden danach sortiert ob sie in Kerpen umsetzbar sind oder nicht.
Ich habe mich sicherlich nie als "Immobilien Makler" gesehen ; ) !
Klar, in der Beschreibung von Hemmersbach steht, dass da gut 30 Firmchen reinpassen werden.
Aber muss ich die nun alle selber gründen und begleiten, finanzieren und hochpeppeln...?
So war das dann ja nicht gemeint...
Was schön daran war, ist der Grundgedanke, einigen Leuten nicht nur abstrakt zu helfen mit Rat und Worten, sondern vielleicht auch konkret zu werden, ihnen mit wirklicher Hilfe zur Seite zu stehen, und das heißt dann sicherlich Zeit, Energie und aber auch Kapital und dabei auch den Platz zu bieten.
So entstand der Gedanke.
Die Burg Hemmersbach steht nun da, Firmen sind eingezogen, Listen von Interessenten, es gab Events (wie zB das iTV Symposion, jetzt zum vierten Male, sehr schön )
Aber das soll nicht uns hier oder die Idee der Byteburg darauf reduzieren, dass sich nun alles nur um dieses Objekt dreht! Die meisten Events und Salons blieben immer noch auf Rheineck, allein schon weil es hier sehr gemütlich sein kann... Sehr sogar.
Die Idee der Byteburg war für mich zunächst die Verbindung von alt und neu, vom alltäglichen Arbeiten und Leben in Wechselwirkung.
Zu zeigen das besondere Gebäude und Umgebung sich direkt auf die Arbeit und die Gedanken auswirken und so bin ich selbst hier, mehr und mehr und öfter und öfter aus Californien angereist, um mich in den 1000-Jahre-alten-Mauern der kleinen Rheinburg diesem "sanften Druck etwas VERNÜNFTIGES zu machen" hinzugeben....
Genau diesen Einfluss habe ich ganz am Anfang noch unterschätzt, sah mich ab und zu einmal herrüberfliegen, um zu sehen, ob in den verschiedenen Zimmern die Jungs was gebastelt haben...
Um dann aber zu merken, wie sehr es mich auch berührt hat und wie schön es hier sein kann, in ganz vielen endlosen Details.
Das ist eben die andere Seite der Medaille Deutschland.
Ich kann meckern ohne Ende. Ich kann das Glas halb leer sehen und auch halb undurchsichtig.
Extrem Halb, sozusagen.
Aber ich sehe eben auch die vielen kleinen Dinge, die die Amis nie verstehen werden. Nie nie nie
Bei jeder Fahrt rüber, theoretisch "nach Hause", wurde mir mehr und mehr unwohl. Mag es die Arnie und Bush Phase sein die es einfacher macht, geradezu trivial, um kritische Blicke schweifen zu lassen.
Nun ja, zurück noch einmal :
Ich bin voll engagiert hier, wie die asiatischen Tellerdreher hab ich zwei Dutzend Stäbe rotieren sozusagen... Davon ist die andere Burg bei Köln ein interessanter Teil, aber eben nicht der einzige um den es geht.
Es wäre schade wenn noch mehr Leute uns ihre Gedanken und Ideen nicht schicken, weil sie es so verstanden haben, dass wir dort "erstmal die Burg voll machen müssen ".
Wer Interesse an Hemmersbach hat, cool... (hier sind auch gleich Kontakt links dazu..)
Es ist ein wunderbarer Ort und toll umgebaut und hat viel Platz.
Aber auch bei dem letzten Salon wieder wurde klar, dass die aus Berlin und Hamburg, München und Trier eben nicht alle gleich umziehen wollen, können, sollen...
Ich hab zwar den Gedanken auch nicht aufgegeben, dass es überall solche besonderen Objekte gibt und auch Menschen, die bereit sind, dafür die Investitionen aufzubringen ( wie in Hemmersbach auch, die zu kriegen und vernünftig umzubauen hat uns am Anfang auch niemand geglaubt ).
Aber es soll einfach nicht so klingen als ob wir hier nur da sind, um nun "eine Burg nach der nächsten" mit kleinen Firmen zu füllen.
Allein schon der Name "Byteburg" war gleichzeitig total toll, alt und neu, schön....aber dann auch missverständlich : denn es geht nicht wirklich um BURG. Es muss noch nicht mal ALT sein, der Gedanke war : BESONDERS.
Wir hatten auch ganz andere Objekte im Auge, zB gibts in Köln nen FUNKTURM. Das hätte genauso "was gehabt". In Hamburg am Hafen sind sehr interessante brandneue Sachen geschaffen worden, in Berlin gibts die irrsten architektonischen Kreationen...Geschweige denn Klöster in Kärnten und ne Mühle in der Provence...? War alles schon mal auf dem Tisch und hätte auch gepasst.
Sind auch da für Vorschläge immer offen!
Der Gedanke eher generell dann ist :
Ein regionaler Magnet für besondere Leute und Projekte... und da gäbs eben viele viele.
Wiedermal : wenns nichts anderes zu tun gäbe......
dann könnte man auch nur lebenslänglich sich um wunderbare Gebäude kümmern und sie hochpäppeln.
Aber das bin ich nun auch wieder nicht... kann ich nicht sein. Das wäre einfach zu viel des Guten...
Das ist wie "ich lese gern ein Kochbuch... aber gleich ein Restaurant aufmachen?"
Mein Dilemma wird nicht einfacher.
Ich dachte zunächst ich könnte noch mehr weg delegieren... aber das ist auch wieder so etwas, ein bisschen wie "jeder muss schon noch selber Pinkeln gehen"
Vielleicht wenn ich noch etwas mehr einen Drang hätte, das ganze in seiner Größe auszuwalzen...
aber irgendwie habe ich da einfach nichts zu beweisen, fühle mich in keiner Weise als soll ich "nochmal was zeigen"... Jedenfalls nicht "eine Kette von Burgen" wie es vielleicht von außen doch mehr und mehr missverstanden wurde?
Aber was zeigen will ich natürlich schon, ... ; )
Denn wirklich einfach zurücklehnen und in den Tag hinein leben, mich mit nem Schirmchen im Drink auf Tahiti in die Sonne legen... bin ich einfach nich. Tahiti hab ich gemacht. Drei Tage. Dann wars gut.
Mich faszinieren einfach die Ideen, die neuen Dinge, die nächste Kurve, über den nächsten Hügel.
Und ich bin in der Position hier nun einen Ort geschaffen zu haben, wo diese Sachen passieren können, wo mich Leute finden, zu mir finden, mit mir finden, wo ich selber mich in solche Ideen reinbeißen kann. Ich sitz hier wie ich schon öfter am Rande erzählte.. und mach mir auch voll noch die Fingerchen schmutzig mit Pixeln und Ascii ohne Ende.
Und da werde ich hier nun anfangen von zu berichten.
Die Dinge rausholen, der Reihe nach, eins nach dem Anderen...
Anfangen möchte ich da schon mal mit der kleinen Vorwarnung:
wir sind nicht weit weg davon Alpha und Beta Tester zu suchen.
Sowohl XP als auch OSX und Linux.
( alles davor ist Legacy und irrelevant, kann man nicht anders sehen, als Developer )
Wer also sich da schonmal ein wenig mit ins Bilde malen will, kann schon mal ne kleine Mail losfeuern und n bisschen background so dazu.
Wer wie wo wielange womit warum wielangenoch etc...
schickts an beta@byteburg.de
Wir haben auch einen ganzen Batzen Ideen hier, die sich einfach in diesem Stadium nicht realistisch umsetzen lassen, aber trotzdem einfach WAS HABEN.
Da spiele ich mit dem Gedanken : Sie einfach nur RAUSSCHMEISSEN.
hier hinlegen.
n paar Skizzen, n paar Beschreibungen
Das was ich vor einiger Zeit bereits als OpenIdeas Forum umrissen habe...
Allerdings ist auch so ein Forum schon wieder in sich selbst ne ganze Menge Arbeit...,
da wärs auch schön n paar Hände zu sehen die mithelfen wollen.
Schickt Links zu coolen Foren und Boards, manche sind weissgott besser als andere ; )
Gut, ich lass das kleine Vorwort hier erstmal so stehen.
Hab diese Woche eine lange Liste ToDo vor mir, aber es wird mehr und mehr Aktivitäten hier geben nun.. jetzt gibts keinen Weg mehr zurück ; )
Also, schickt mal was los... allerschlimmstenfalls, wie schon oft gesagt, sind wir etwas langsam mit den Antworten bei jeden Einzelnen... aber gesehen und gelesen wird alles und immer !
Wir sind auch für Vorschläge offen welche Personen oder welche TV-Teams netter und lieber und besser und verständiger sind als andere, wen wir kennen sollten, was wir gelesen oder gesehen haben sollten... man ist oft einfach zu nah dran selbst.
Oder schickt mir einfach nur ne coole Quote und Zitate jenseits der offensichtlichen üblichen Kandidaten... ich sammle gerade!
Wir alle grüßen euch da draußen in den noch kalten Wintertagen. Keine Weihnachtsmärkte mehr, kein Glühwein, aber noch keine Vögel frisches Grün... Mitten drin noch
aber nicht mehr lange !
...archäologisch als Archiv: ...das war davor:
Zweitausendundvier
Ich lasse hier nun noch die alten Seiten liegen, es kommen immer noch Leute ganz
frisch dazu.
In case you got stranded here in English
and are looking for details, you basically clicked on the wrong door.....
however, you may have done it on purpose
and I can't blame you...: the English language door leads to a dead end trap.
(If you haven't seen it, it is actually a rather cute
A Magritte double entendre "this is not a website" website)
Anyway, there are a bunch of pix you can have a peek at,
(good thing, images are bilingual) most are under
www.byteburg.de/g/place/pictorial
for the first castle
www.byteburg.de/g/other_place/pictorial
for the second
as well as a dozen or so pages in English for the key thoughts behind these projects in
www.byteburg.de/g/philosophical/betabook
(and then click at the very bottom on the link to the betaBook)
in case you are tempted to translate the actual pages here via Babelfish.... well.... don't
Getting a human to translate them from German to Danish to Mongolian
to Sanskrit into Hieroglyphics and then to English may stand a better
chance than a direct attempt by Barbellfiche; it is simply too chock full of Germanicisms, local idioms, idiotic word play,
palindromes and nuns of all sorts.
A few brilliant insights hidden well, consider it a purposeful act of shrouding.
For contact in email click here: info@byteburg.de
Ich habe zwar einiges an Neuigkeiten demnächst zu verkünden, bin aber immer noch nicht ganz in der Lage die neue Seite anzuknipsen, da ich mich auf Reisen befinde.
Dazu wollte ich aber auch die alte Byteburg-Site nicht einfach vorschnell abschalten müssen:
ich lasse sie also noch an:
Kontakt in email: info@byteburg.de
http://www.byteburg.de/g/introduction/intro
hier also findet man recht viel Texte und auch viele Bilder (scrollen lassen) aber bitte im Auge behalten: vieles ist schon 2 Jahre + her. Das die Texte recht weit zurückliegen merkt man überall, aber es lag mir nicht daran, lediglich hier und da ein paar kleine updates zu machen oder nur ein paar Jahreszahlen zu editieren. Das machen wir dann richtig und konsequent: total neu.
Was ich hier im letzten Vorwort stehen hatte, bleibt noch weiter akut:
Wir laden ein, hier noch klein und im Stillen für die interessierten Leser, die irgendwie hierher gefunden haben. Die "Salons" werden weiter laufen und dazu kommen auch grössere und spezifische Events wie das iTV Symposion ( www.itv-symposion.de ).
Hier nochmal ein paar Beispiele dessen, was uns Leute schicken.
Das ist dann sinnvoll und nützlich die einordnen zu können:
>>> "ich bin interessiert mitzuspielen, aber eher bei euch,
als freier Admin oder Praktikant?"
(brauchen kein dickes CV Resumee, vielleicht nur'n paar Fotos oder Zeilen
wie man sich selbst so sieht ; ) und wo man mit anpacken kann.
Ärmelhochkrempler und Teamdenkerinnen, Sinn für Humor...
...sind mehr gefragt als Titel
>>> "ich kann mal ab und zu dazukommen und mit anpacken,
nur so aus Spaß und Interesse.
Was ich ganz gut kann...?"
(Hier reinpasten ob man lieber '300kg heben' kann oder '300 Bilder scannen'...
Bruschetta brutzeln oder Netzwerkspaghetti puzzeln...)
>>> "ich/wir möchten euch nur mal zeigen, was ich/wir hier schon gebaut haben.
Ist noch ganz frisch und roh, eigentlich mehr die Idee als solche"
>>> "wir sind eher akademisch, in der Uni hier, forschen da an was,
das euch eventuell interessieren könnte?"
>>> "wir sind ne kleine Gruppe die schon relativ weit ist,
würden euch gerne mal was zeigen
was schon fast fertig ist, nur so zum Feedback... wer weiß?"
>>> "ich bin interessiert daran, bei euch vielleicht unabhängig mitzuspielen,
von mir hier zuhause aus, wenn's geht...?"
auch das will ich noch einmal gesagt haben weil es sehr akut bleibt:
Es werden auch einige schon ähnliche mails in den letzten
15 Monaten geschickt haben,
aber vielleicht irgendwie durchs Raster gefallen sein,
kommt vor, bei allem Komfort,
denn da gabs immer mal Team-Changes und Rechnerabstürze,
Providerwechsel, Serverumbau und haste-nich-gesehen,
wie das eben so ist,
im frühen dritten Jahrtausend...
Falls, dann einfach nochmal neu versuchen, kann ja nichts schaden
so sind wir gerade eben wieder zum dritten Male unsichtbar von einem Server auf einen anderen gehüpft.
Hier nun auch noch ein paar der Themen, um die sich die Salons in den letzten 2 Jahren gedreht haben und auch wieder drehen werden. Ich lasse das auch noch mal so stehen weil es akut ist.
Wir machen so etwas aber immer recht leise, nicht mit Presse oder Sponsoren,
einfach nur eine lockere Runde und immer wieder spannend.
Der größte war mit 45 Leuten, schon etwas ZU groß
um noch an einen Tisch
hier im Oktagon zu passen, der kleinste mit 8 war dann eher wunderbarer
Klatsch mit Tee & Kuchen...
Hardware
Tüftler, Coder, Lötkolbenfresser,
Leute, die Hardware Mods machen, Set-Top-Boxen,
Software
Leute die Demos haben, Shareware Autoren, tiefe OS-Coder oder
lockere C++ libs Bastler
alle möglichen kleinen Anwendungen oder die nächste
Programmiersprache
2D Graphics
da sind Leute mit Bildern, Videos, DVDs, Animations Projekte und
Filme...
aber auch Portfolios von Graphic Designern, einer hat riesige
Fraktale, die andere scanned Blumenkohl.
Einer macht PET scans und SEM Bilder von Insekten, oder QTVR Panoramen... alles
kann was haben
iTV Symposium
wir hatten als Beispiel bereits mehrere Symposien über dieses
Spezialthema, mit Leuten aus der Industrie
neuen Set-Top-Boxen, HD PVRs... Ich lebe seit vielen Jahren mit
Tivo und endlich nun auch hier mit den
Varianten. Vieles tut sich da!
3D Graphics
da sind Game Designer und Stereogram Fans, 3D Raytracer Coder
und VRML Reality Leute,
CAVE oder Imax Producer, andere bauen Köln in 3D nach...
Web und the Net
unmittelbar Akutes, neue Sites, Flash und sowas, aber auch tiefere
Gedanken wie das Web in 3 und 5
Jahren aussehen kann, die eine ist´n Googlehupf und p2p, der andere
bastelt bei Tim Berners-Lee...
Kunst
ist zwar nicht auf den ersten Blick, aber auf den zweiten schon,
voll im Felde was man so in´ner
alten Burg ablaufen lassen möchte.... Wir machen hier zwar
keine Ritterspiele, aber es gibt auch viele
hochinteressante Kunst-Geschichten, die mit Technologie und Innovation
verbunden sind.
Ob ein Andy Goldsworthy oder Daniel Ost reine Natur umgarnen,
vielleicht ist dann das ganze in HDTV zu
filmen was tangiert... Manchmal aber auch nur die reine Liebe
zu einem Buch oder Film...
Musik
und sehr ähnlich auch die Musik: einerseits nur am Rande
berührend und dann doch wieder voll im Zentrum des Interesses. Sei es die Hard- und Software, um Musik
zu kreieren oder die Personen, die in dem
Prozess sind. Viele Freunde sind mit mir über diese Ader
verbunden
Informations-Technologie
Die Fragen, wie man mit Daten umgeht, kritisch gesehen jetzt aber
auch positiv in die Zukunft blickend, sind
sehr spannend. Was sich mit Outliners und Mindmaps, Blogs und
Wikis, peer nets und alldem tut ist nur der
Anfang. Die Architektur des Wissens und der Zugang dazu wird sich
grundlegend wandeln, und das schnell.
Education
Schulen, Lehrer, Unis, Institute schreiben uns oft. Das ganze
Thema Erziehung und wie man den neuen Stand
der Welt überhaupt vermitteln kann, wie man die Prozesse
und die Methoden der Schulen, aber auch die
Inhalte und Werkzeuge verbessern könnte, sind oft Thema.
Geo Information GIS
Das hat sich als eines der spannendsten Themen ganz neu herauskristallisiert
und ich schwimme in GIS Software hier im Moment. Was alles mit
Satelliten-Aufnahmen, Maps, Location Based Services und alldem
möglich wird, kann nur unterschätzt werden in dieser
Phase. Wir sind da für alle Infos offen und an allen neuen
Entwicklungen interessiert.
Soviel zu einigen Themenkreisen, einfach in einer mail "ankreuzen"....
Wir wollen's nicht so "durchgestylt" machen, dass man
sich mit Formular ausfüllen anmelden soll.
Es kostet auch nichts, wie viele andere höchst elitäre
Symposien und Kongresse es manchmal tun
(TED in Monterey ist dieses Jahr auf $4.000 angestiegen, aua)
Andersrum gibt's auch kein festes Schedule an das man sich halten
könnte,
es ist bewusst ein wenig Impromptu, aus dem Bauch heraus und kurzfristig
zusammengestellt.
Einfach sich mit ins Bild hineinmalen ist dabei sinnvoll.
Und wenn da nun aber 'drei Leute in Marburg Gehirnforschung machen'
und das nicht in die Liste passt, einfach mal anfragen,
vielleicht legen wir das dann mit Prof. Grönemeyer &
Prof. Dermietzel zusammen und schon gibt's nen bunten Abend über "Wie das Gehirn
funktioniert"
wenn es denn....
Vorher schon und nachher noch...!?!
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